Vor ziemlich genau einem Jahr, auf der Dornbirner Babymesse lernte ich am Nekoslings Stand eher zufällig Ilknur und Taner, die Babysun Distributoren für Nekolings im deutschprachigen Raum, sowie Hülya, die Entwicklerin und Herstellerin von Nekoslings kennen. Als ich mir, weil ich einige Fragen von mir bekannten Müttern zum Nekoslings Carrier erhalten hatte, die mir damals noch komplett neuen Produkte des Herstellers nun am Stand ansah, kam ich mit Hülya ins Gespräch, und aus dem Gespräch damals wurde inzwischen ein sehr lieber Kontakt mit viel Fachaustausch. Damals in Dornbirn hatte sie ja bereits was Neues angedeutet, ein Jahr darauf, beim (wenngleich nur kurzen) Wiedersehen in Rom auf der Tragekonferenz, war es dann endlich auch offiziell amtlich am Start: Die neue Nekoslings SWITCH, eine verstellbare Fullbuckle Trage in zwei Größen, Babysize ab Geburt bis ca. Gr. 92 (von 3,5-15kg), sowie eine Toddlersize ab ca. 86/92 bis ca. 5 J.. Ich habe ja auch inzwischen den in der Zeit auch erschienenen MeiTai von Nekoslings im Sortiment, und der Toddler von NekoSlings passt wirklich sehr, sehr, sehr lange!

Nekoslings produziert komplett in der Türkei.

Die Konstruktion der Nekoslings SWITCH:

Die Nekoslings SWITCH gehört zur Gruppe der Fullbuckle-Tragen und wird komplett aus dem eigenen Tragetuch der Marke Nekoslings gefertigt. Je nach Modell hat es hier als Blends von 100% Baumwolle, als auch Bambus und Leinen als Anteil im Gewebe. Mein persönlicher Favorit des Herstellers sind ja die Bambustücher, daher habe ich mir als Leihtester das Modell  „Lokum Hazel“, mit Bambus und Baumwollblend, ausgesucht!

Die Trage wird Non-Apron angelegt und der bis zu einem Bauchumfang von 66-145 cm passende Hüftgurt mit linksbündiger, unterpolsterter Schnalle verschlossen. Eine Sicherheitsschlaufe verhindert ein unbeabsichtigtes Öffnen.

Der ergonomisch geformte Steg, welcher auf einer Länge von 67 cm gepolstert ist und sich von 11 auf 7 cm verjüngt, lässt eine hohe wie auch tiefere Platzierung zu. Die Stegverstellung von ca. 14 auf 40 cm löst Nekoslings über 18 Plastiksnaps: Je 9 (vorne 5, hinten 4) sind beidseitig versetzt am Rand des Hüftgurts angebracht. Das Rückenpaneel selber ist mittig auf ca. 4 cm am Hüftgurt angenäht, ansonsten aber an einem Riemen mittels Tunnelzug fixiert und kann darüber erweitert oder verkleinert werden, und anschließend mit je einem Snap an beiden Seiten des Gurts fixiert werden. Aktuellere Modelle werden nun, da sich bei ruckartigen Bewegungen einzelne Snaps lösten (wären aber leicht wieder korrigierbar, selbst wenn am Rücken getragen wird) einen 10., stabilisierenden, Snap bekommen, um ein Lösen zu verhindern.

Das Rückenpaneel ist mit 41 cm großzügig dimensioniert, um auch noch bei Traglingen mit Gr. 68/92 bis im Nackenbereich hinauf gut zu passen. Im oberen Paneelbereich kann ausgehend vom Mittelpunkt des Paneels (Ansatz der Schnalle) bis zum Trägeransatz mittels beidseitiger Kordel (Fixierung mittels Kordelstopper) die Seitenstützung verbessert werden und das Paneel auf ca. 29 cm zusammengerafft werden. Dabei entsteht (wie fast immer bei Seitenschnürungen) ein leichter Zug auf den Kniebereich.

Bei meinem Modell sind die Beinchen nur auf wenige Zentimeter einer 1,5 cm breite Polsterung begrenzt, da die Trage knapp vor dem offiziellen Release gefertigt worden ist. Aktuell erhältliche Modelle verfügen bereits über eine ca. 17 cm lange Kniepolsterung (bis Ansatz der im Paneel befindlichen Steckschnalle). Dies war speziell fürs notwendige tiefe Beuteln (siehe Praxistest) eine wertvolle Optimierung in diesem Bereich (bei meinem Tester lag der Übergang von gepolsterter zu ungepolstertem Bereich noch direkt im Kniebereich)!

Der Nackenbereich lässt sich über ein, in einen Tunnelzug integriertes Gummiband mit Hilfe von zwei Kordelstoppern beidseitig von außen zusammenraffen. Mittig befindet sich ein kleiner, festerer Knoten, welcher beim Straffen jedoch verrutscht. Mein Sohn, wie auch Testbabys, haben sich nie über evtl. Druckstellen beklagt, würde ich aber als „Troubleshooter“ im Hinterkopf behalten, wenn ein Baby im Nacken sehr sensibel reagieren sollte.

Die Nackenstütze ist mit 3 Snaps am Rückenpaneel befestigt, und auf ca. 2/3 ihrer Länge beidseitig mit doppeltem Gummiband und Kordelstopper raffbar. Der Gummi ermöglicht hier ein leichtes Hochziehen der Kopfstütze bei Bedarf. Als Fixierungsmöglichkeit hat es einen verstellbaren Plastikschieber am Schulterträger. Wie bei allen Kopfstützen mit Snaps muss auch hier darauf geachtet werden, nur sachte zu ziehen, da sich mit Snaps fixierte Kopfstützen aus Prinzip gerne aus ihrer Fixierung verabschieden! Zugleich bieten sie aber die praktische Möglichkeit, die (oft leidige) Kopfstütze bei Nicht-Gebrauch einfach daheim zu lassen!

Die Träger sind auf ca. 50 cm unterpolstert und verjüngen sich von 8 cm auf ca. 6 cm. Sie sind leicht gebogen geformt und verfügen über 3 Möglichkeiten zur Feinjustierung: Trägerverkürzungsschnalle („Stillschnalle“), sowie ein langer und ein eher kurzer Riemen, welche mit Schnallenverschluß verbunden sind. So kann individuell wirklich jeder Millimeter Riemen festgezogen werden und auf die Beweglichkeit des Einzelnen Rücksicht genommen werden. Die Träger bieten sowohl im Rückenpaneel wie auch im Hüftgurt eine Einsteckmöglichkeit: im Hüftgurt für Neugeborenen/kleine Babys, im Rückenpaneel ab ca. 6 Monaten („Sitzalter“). Bei Nichtbenutzen können die Schnallen im Tunnelzug am Hüftgurt oder mittels Gummischlaufe im Rückenpaneel verstaut werden. Der Riemen der Hüftgurtschnalle verläuft waagrecht über den Hüftgurt und ist nur mittig fixiert. Ein Tunnelzug hält die Riemen an ihrer Position im Kniebereich des Babys.

Ein Änderung zu meinem Modell hat es bei etwas aktuelleren Tragen auch beim Thema Brustgurt. Kann mein Brustgurt durch eine horizontale Naht am Riemen nur bis ca. eine Handbreit vor dem Ende des Trägerpolsters verschoben werden (wodurch manche Trägerstaturen mit sehr breitem, großen Oberkörper den Brustgurt subjektiv zu hoch hätten), wird dieser künftig etwas tiefer versetzbar sein.

In jeder Babysizetrage inkludiert sind ein Paar zur Trage passende, mit Klett verschließbare Suckingpads.

Die Nekoslings SWITCH Tragehilfe ist vielfältig verstellbar und bereits für junge Babys eine Option.

Der Trick für maximalen Komfort bei der Neko Tragehilfe: tiefes Platzieren im Hüftgurt!

Nekoslings SWITCH am Rücken.

Neko SWITCH am Rücken mit Trägern im Rückenpaneel.

Auch vorne kann gemütlich getraen werden. Sucking Pads verhindern eine Abnutzung der Träger durch Babys Speichel.

Optimierungsversuch zur Verbesserung der seitlichen Partien mit Frühchenpuppe.

Die Nekoslings Switch Babysize im Praxistest

Ich testete mit neugeborenem Beratungsbaby (4 W., ca. 62cm) ebenso wie mit Puppe und Sohnemann mit Gr. 86/92 und ca. 13 Kilogramm, 11 Monate.

Bei meinem Sohn hatte ich den Steg am letzten Knopf fixiert, die Herstellerangabe bis ca. 92 cm für eine gute Knie zu Knie-Stützung erscheint somit sehr realistisch. Da beim ersten Versuch ein längerer Weg anstand, trug ich am Rücken. Hier machte ich gleich mal den Fehler, mein Baby beim Nachhintenbringen speziell für die „Switch“ zu wenig tief zu positionieren (andere Tragen verzeihen eher mal, wenn man das Baby „auf“ statt eher unter die Hüftgurtkante positioniert!) – mit Konsequenz, dass mir der Babypo zwischen mich und Hüftgurt zu rutschen begann und der Gurt im oberen Bereich nach hinten wegkippte. Im zweiten Versuch positionierte ich meinen Zwerg bereits vorne deutlich tiefer und damit saß auch der Hüftgurt top an meinem Rücken an. Solltet ihr somit einen kippenden Hüftgurt im oberen Bereich beim Tragen mit der Switch erleben, ist eine tiefe Position von Haus aus des Rätsels Lösung!

Dank zweistufiger Riemenverstellung beim Übergang zum Paneel bzw. Hüftgurt, je nach genützter Position, sowie „Stillschnalle“ ließ sich die Position der Träger gut anpassen und angenehm eng machen, so dass mein Kind sehr nah an meinen Körper kam. Auch die Schulterpolsterung ist angenehm vorhanden und hat für mich genau das rechte Maß an Weichheit.

Eine weitere Anwendungseigenheit der SWITCH beobachtete ich beim Tragen meines 12 kg Baby vor dem Bauch mit den Trägern im Hüftgurt. Ansich empfiehlt Nekoslings mit 4-6 Monaten etwa auf die Schnalle im Rückenpaneel zu wechseln. Dies macht durchaus Sinn. Wie auch von einer Kollegin mir gegenüber kommentiert, begann bei meinem schwereren und deutlich über dem Alter von 4-6 Monaten liegenden Baby in der Einstellung „Träger im Hüftgurt“ trotz tiefer Positionierung im Paneel der Gurt C-Förmig vom Körper weg zu kippen. Sprich die Außenkanten bogen sich oben wie auch  unten nach außen um. Ich empfand es vom Tragekomfort zwar leicht irritierend, aber nicht unangenehm oder das Tragen andersweitig beeinträchtigend. Auch beobachtete ich dass je nach Zugverteilung beim Einstellen der Träger die untere Kante des Hüftgurts an der Hüfte sich etwas nach außen biegt. Ich konnte hier jedoch durch ein stärkeres Öffnen der Trägerverkürzungsschnallen („Stillschnallen“) und Regulierung der Weite über die ins Paneel reichenden Trägerriemen eine bessere Zugverteilung erzielen. Kurz: je nach Statur muss vielleicht etwas mit den Trägern gespielt werden. Mit im Paneel angesteckten Trägern ließ sich das Kippen dann nicht mehr beobachten und der Hüftgurt lag flach am Bauch an.

Dies ist mein einziger rechter Kritikpunkt an der Switch, da dadurch je nach Situation vielleicht die Entscheidung zum bedürfnisorientierten Tragen gegenüber einen entwicklungsorientiertem Tragen Vorrang hat. Auch können so Mütter mit z.B. großer Oberweite, bei denen potentiell ein im Paneel eingesteckter Träger unangenehm über die Brust verläuft, die Trage mit einem individuell angenehmeren Verlauf in den Hüftgurt vor dem Bauch nur mit möglichen Abstrichen im Komfort nach einem gewissen Gewicht nutzen.

Ein Hüfttragen wäre – vom Handling her – gut möglich. Durch die gebogenen Träger liegen die Polster jedoch im Halsbereich steiler auf, als es vielleicht gerade Träger tun. Bei meinen Schultern empfand ich persönlich die Position aber fast bequemer, als bei flachen Trägern. Nichtsdestotrotz wird Hüfttragen mit Fullbuckle nie meine erste Wahl sein!

Da die Trage ab Geburt (3,5 kg) passen soll, ließ ich mir natürlich die Chance nicht entgehen, auch mit ganz kleinem Baby zu testen. Mein Testbaby war 4 Wochen alt, und trug Gr. 62. Der Steg ließ sich wunderbar ans Minibaby anpassen. Auch der Rücken- und Seitenbereich war sehr schön umschlossen. Auf der Seite sowie im Po/Kniebereich sammelt sich auf kleinster Einstellung allerdings etwas an Luft an, welche es beim Tragen als die Stützung verringernder Faktor zu berückichtigen gilt. Beim Test zur Optimierung konnte ich mit Frühchenpuppe (um ein Neugeborenes realistischer zu imitieren, als mit Newbornpuppe) durch ein zusätzliche Abbinden im Stegbereich im unteren Bereich keine rechte Besserung erzielen, ein Eindrehen der Träger (nur einmal, um die Seitenstützung nicht zu verlieren!) sowie Einrollen der Nackenstütze und Positionierung im Bereich des Nackens und oberen Rückens brachte im oberen Bereich jedoch eine kleine Verbesserung der Stützung. Alternativ könnte man im Bedarfsfall auch ein Auspolstern mit Häufchen überlegen, je nach Babys Statur.

Die Entscheidung zur Nutzung ab Geburt oder vielleicht erst nach einigen Wochen  sollte daher individuell anhand Babys Statur getroffen werden. Das Phänomen der Luft ließ sich etwa mit Kleidergr. 68 nicht mehr beobachten.

Die Pflege der Neko Slings SWITCH:

Die Pflege richtet sich bei der SWITCH vorrangig nach dem verwendeten Tuchmaterial. Bambus z.B. sollte nur mit enzymfreien Flüssigwaschmittel gewaschen werden. Es empfiehlt sich beim Waschen in der Maschine den Schonwaschgang / Wollwaschgang mit max. 40 Grad und geringer Umdrehungszahl zu wählen.

Fazit zur Nekoslings SWITCH:

Bei der Nekoslings SWITCH muss – mehr noch als bei vielen anderen Tragen – wirklich gut auf eine tiefe Positionierung im Paneel geachtet werden um das Maximum an Komfort herauszuholen. Der ergonomisch geformte Hüftgurt ermöglicht es die Tragehöhe individuell zu variieren und passt sich der Trägerstatur gut an, auch lassen die Einstellungsmöglichkeiten sehr viel Spielraum in der Weite sowie im individuellen Handling zu.

Ich durfte während der Entwicklung der SWITCH immer wieder in verschiedenen Stadien kurz probieren, wodurch ich Nekolings als einen sehr auf Einarbeitung von jeglichem Feedback bemühten Hersteller kennenlernen durfte, um wirklich ein solides, durchdachtes und gut ans Baby anpassbares Produkt zu kreiern, welches großes Potenzial hat, die Auswahl an klassischen Newborn-Fullbuckles (Buzzidil, Emei, Flip etc.) um eine weitere wertvolle Option zu erweitern und sich hinter der Konkurrenz am Markt wirklich nicht verstecken muss. 

Insgesamt war mir das Tragen mit Baby mit der SWITCH in allen möglichen Tragepositionen auch über Stunden hinweg noch sehr angenehm, ohne von meinem schweren Baby am Rücken viel zu spüren!

Natürlich gilt auch hier, wie bei jeder anderen Trage auch, immer der Grundsatz: „Probieren geht über Studieren“.

Bei mir wird die SWITCH definitiv aber in beiden Größen ins Sortiment einziehen, denn trotz mancher kleiner Schwächen (wie sie jede Trage aber hat!), konnte sie mich von ihren Stärken nachhaltig und mit Leichtigkeit überzeugen!

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Ardetzenbergstr. 26

6800 Feldkirch

info@tragend-begleitet.at

+43 (0)699/18 18 85 27

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