Aurora, Astarte, Freja, Udine, Gaia, Lilith … klingende Namen von mythologischen Natur-Göttinnen zieren die Tragetücher des deutschen Herstellers MamaNuka. Passend zu einem veganen, im Einklang mit der Natur entstandenen Produkt! Und passend auch zu uns Mamas und unserer weiblichen Urkraft!

Erstmals über den Hersteller stolperte ich 2015 kurz nach der Geburt meines Ältesten. Ich befand mich damals noch mit beiden Ohren im Reenactment-Hobby (etwas wofür heute leider keine Zeit mehr bleibt!) und die ersten Burgbelebungen bzw. Antiken-Veranstaltungen mit Baby standen an. MamaNuka fiel mir hier als eine potentielle Option für ein „authentisches“ Tragetuch neben anderen Lösungen ins Auge.

Leider blieb es dann beim Degustieren mit den Augen, bis der Hersteller vor wenigen Wochen überraschend auf mich zutrat, mit dem Vorschlag, ihr Tuch doch einmal zu testen! Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen! Zu neugierig war ich seit dem ersten Sehen gewesen!

Warum? Weil die MamaNuka-Tücher für mich durch ein kleines, aber sehr besonderes Detail am Tragemarkt hervorstechen: Sie sind pflanzengefärbt! Und da ich selbst einige Jahre hobbytechnisch Erfahrung im Pflanzenfärben sammeln durfte, ist MamaNuka mein persönliches Tüpfelchen auf dem „i“ aus dem Kontext, zwei persönliche Leidenschaften verbunden in einem Produkt.

Über MamaNuka:

Im Unterschied zu anderen Tragetüchern setzt die Marke also auf 100% Natur pur, könnte man sagen.

Die Masterminds von MamaNuka, zwei langjährige Freundinnen, sind Stephanie und Stefanie. Bereits vor jeglicher Babypläne wollten sie, inspiriert von einem Indienaufenthalt, der dortigen lokalen Tragekultur und der Pracht pflanzlicher Farbstoffe, ihren „eigenen Babys eines Tages eine weiche und natürliche Landung ins Leben schenken. Mit Mama Nuka machen wir ein Geschenk an uns und alle Menschen, die Babys haben oder erwarten.“ Und inzwischen darf nun auch schon ein eigenes Baby im Schoß der MamaNuka-Zentrale kuscheln. ;)

Der Hersteller lässt in Indien produzieren, wodurch mit einem kleinen Anteil des Gewinns dortige Sozialprojekte unterstützt werden: Die Bio-Baumwolle aus Südindien wird in Gujarat in Indien  gesponnen, gewoben, und in ein MamaNuka verwandelt. Für die Färbung der Tücher werden ausschließlich Pflanzenfarben, welche heute so gut wie nicht mehr in der industriellen Textilherstellung vorkommen, verwendet, wie zum Beispiel die Farben aus der Indigo-Blüte (blau) und dem Granatapfel (rötlich), Kurkuma Wurzel (gelb), Katechu-Harz (braun), Krappwurzel (rot). Hier kommt in der Herstellung Jahrhunderte altes Traditionswissen zum Einsatz, welche auf nachwachsenden und die Umwelt schonenden Rohstoffen basiert. Zugleich kommt auch unsere bzw. Babys Haut nicht mit unnötigen, möglicherweise schädigenden, Chemikalien (manche rufen Hautreizungen und Allergien hervor, andere sind hormonell wirksam oder gar krebserregend) in Kontakt.

Erster Eindruck vom MamaNuka Tragetuch:

Die MamaNuka Tücher sind, je nach Modell, in Diamant- und Fischgratköper, zwei klassische Webarten für Tragetücher, gewebt. Der Zuschnitt erfolgt trapezförmig (normalerweise weisen Tragetücher eine Parallelogrammform auf), um ein Knoten zu erleichtern.

Bei meinem Testtuch handelt es sich um das Modell „Aurora“, gefärbt mit Krapp und Katechu in Gr. 4. Mit ca. 3,80 x 69 cm Postwash bleibt hier viel Spielraum zum Binden für Shorty-Fans. Wie alle MamaNuka Tücher hat auch Aurora eine zweifärbige Abstufung: eine Kombination aus einem weder kitschigen, noch altbackenen, zauberhaften altrosa auf einer Kette in einem bräunlichen Rot, welche in der Kombination jedoch sehr harmonisch ist. Durch die zwei farblich abgesetzten, und unterschiedlich breiten Streifen sind auch die Außenkanten unterschiedlich eingefärbt, was Bindeanfängern beim Binden Orientierung bieten kann und zugleich einen hübschen Farbakkzent setzt

Die Kanten sind eingeschlagen versäubert. An einer Seite ist der Mittelpunkt durch ein Logostoffmarkerl markiert.

Schlafsand wurde im Mama Nuka Tuch  mitgeliefert…

Semi Front Wrap Cross Carry im Mama Nuka Tragetuch.

MamaNuka Aurora im einfachen Rucksack.

Mama Nuka Aurora mit 3jährigem im Double Hammock

Das MamaNuka im Praxistest

Bereits beim ersten Begrabbeln vor dem Waschen fühlte sich das Tuch wahnsinnig luftig, fein und weich an. Mein erster Gedanke war: Wo ist mein Baby? Ich will sofort binden!

Im Tun fielen mir (nach dem Waschen) hie und da kleine Fadenzieher auf – hier haben MamaNukas offenbar eine kleine, aber nicht weiter dramatische, da notfalls rasch korrigierbare, Neigung dazu. Auch ein paar kleine Weberknoten bzw. dickere Fäden im Webbild stachen mir ins Auge, in meinen Augen macht dies bei dem Tuch aber in Kombination mit der Pflanzenfärbung etwas ganz besonderes: es verleiht ihm einen unglaublichen Charme von Natürlichkeit.

Ich testete mit beiden Kindern, ca. 9 Monate / 11 kg und 3 J./15 kg.

Zuerst band ich Känguru und erhielte auf Anhieb ein perfektes Ergebnis. Wie Butter glitten die Bahnen übereinander, und die Bindetechnik ließ sich exakt ausführen.

Mit jedem Binden wurde Aurora dabei weicher und kuscheliger. Wir testeten weiters im Einfachen Rucksack mit tibetanischem Finish, Double Hammock mit Candy Cane Chestbelt, Sheperd’s Carry wie auch Semi Front Wrap Cross Carry. Alle Bindeweisen ließen sich angenehm ausführen und waren selbst mit 15 kg Kleinkind noch über ca. 30 Minuten hinweg sehr bequem zu tragen, trotz des niedrigen Flächengewichts.

Die Tuchbreite ist mit beiden Kindern vorteilhaft breit. Einzig zu beachten ist eine saubere Bindetechnik – minimale Fehler zeigen bei der Feinheit des Tuches sofort eine Auswirkung, sprich es ist ein exzellentes Tuch um die Bindetechnik im Detail zu lernen, z.B. als Übungstuch in der Trageberatung (hier erinnert es mich in der Haptik etwas an die dünnen Webungen von Girasol, um einen Vergleich vor Augen zu haben).

Das Tuch tendiert von der Weichheit her etwas zum Rutschen. Auf einen Schiebeknoten hatte dies kaum Auswirkungen, sehr wohl aber auf Knotless Finishs wie z.B. Buleria Finish. Hierfür wäre das Tuch zum Teil ungeeignet oder müsste, z.B. beim Tibetanischen, bei Bedarf öfters nachgestrafft werden; auf ein RingFinish würde ich verzichten

Pflege des MamaNuka Tuchs:

Die Tücher können bei maximal 60 Grad mit Flüssigwaschmittel (ohne Weichspüler) bei geringer Drehzahl in der Maschine gewaschen werden. Beim ersten Waschen kann das Tuch dabei noch bis zu 10 cm schrumpfen, auch ein leichtes Ausfärben bei den ersten Waschgängen ist bei der Verwendung von Pflanzenfarbstoffen nicht ungewöhnlich. Der Hersteller empfiehlt zur Erhaltung der Farbkraft einen Schuss Speiseessig in die Wäsche beizufügen bzw. ein Esslöffel Zucker lässt sie natürlich leuchten. Wichtig zu wissen ist bei pflanzengefärbten Textilien stets: „Diese verändert sich im Laufe der Zeit. Sie wäscht sich leicht aus und bekommt damit einen anderen Farbton. Das bedeutet aber nichts Schlechtes sondern ist ein natürlicher Prozess, der Freude macht.“ (Quelle: MamaNuka). Dies kann ich nach Jahren des selber Pflanzenfärbens auch nur bestätigen – es gibt nichts schöneres, und jede Nuance ist ein Traum für sich!Nach dem Lufttrocknen kann das Tuch dampfgebügelt werden.

Mein Fazit zum MamaNuka Tragetuch:

MamaNuka ist durch und durch ein Naturprodukt. Handarbeit. Und das strahlt das ganze Tuch aus, etwas warum ich ja auch Pflanzenfarben so liebe! Denn sie sind einfach dezent, aber doch „da“, füllen den Raum mit einer ganz eigenen, fast magischen, Aura aus! Es kommt bei mir inzwischen sehr, sehr selten vor, dass ein Tragetuch sich vom Neuankömmling zu einem Tuch mausert, an welches ich sofort denken muss, wenn ich bei einem Ausflug im Kopf überlege, welches ich heute nehmen soll.

Geeignet ist das Tuch ab Geburt bis etwa zum Ende der Tragezeit, wobei wohl bei ca. 10-15 kg das Flächengewicht von 216 g/m² vielleicht subjektiv als zu gering bewertet werden könnte. Anfänger wie auch Bindeexperten werden damit jedoch viel Freude haben. Mit einem Neupreis von ca. 100-130 € ist es vom Aspekt Preis-Leistung auch absolut top.

Besonders für Fans des Reenactment /Mittelalterfest-Hobby kann ich das Tuch uneingeschränkt weiterempfehlen, da die Optik, auch wenn die Farben nicht alle von der zeitlichen-historischen Einordnung her passen, hier einfach stimmt und die Tonalitäten auch mit Farbmitteln der Zeit (Krapp, Indigo, Reseda etc.) in etwa in der Nuance gut umgesetzt hätten werden können. Auch vom Webbild passt es gut ins Textilbild von Antike bis Mittelalter, und es ist auch preislich fast günstiger als moderne, als „mittelalterlich“ gern präsentierte Designs, wie z.B. Oscha-Tragetücher! Und die Pflanzenfarben haben auch den tollen Vorteil, dass sie einfach immer zum restlichen Outfit passen, egal welche Farbe dieses hat! Ein Mama Nuka sollte also in keiner Austattungskiste des authentisch lagernden Mittelaltervereins mit Baby an Bord fehlen! ;)

Für mich persönlich ist das Tuch einfach perfekt, vielleicht gerade wegen seiner kleinen natürlichen Unperfektheiten und seine Farbe, für die ich es so liebe, und es wird hoffentlich eines Tages auch noch ein drittes Baby tragen dürfen!

Kontakt

Ardetzenbergstr. 26

6800 Feldkirch

info@tragend-begleitet.at

+43 (0)699/18 18 85 27

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