Produktsortiment IZMI Baby

Das Produktsortiment von IZMI Baby umfasst den Baby & Toddler Carrier, Accessoires sowie ein elastisches Tragetuch.

Durch einen lustigen Zufall stieß ich vor kurzem auf den Distributor Advikids, der so lieb war, mir seine IZMI Produkte für einen Review zwecks Feedback zur Verfügung zu stellen. Der IZMI Baby Carrier ist eine recht interessante Hybridform, da er einen Fullbuckle mit einer Wrapcon kombiniert.

Der IZMI Carrier kommt in normaler Ausführung wie auch sommerlicher Variante mit Mesh („Breeze“ BabyCarrier), und als Toddlertrage, welche ich separat reviewen werde, da hier doch einige kleine Unterschiede vorhanden sind. Populär sind die IZMI Produkte speziell im britischen Raum, wo er u.a. über großen Ketten wie Toy’s’rus um etwa 75-80 Britische Pfund (ca. 90 €) verkauft wird.

Getestet haben wir mit Baby von 4-6 Monaten und Gr. 74/80 & ca. 9,5 kg sowie Frühchen- & Neugeborenenpuppe.

Über den Hersteller IZMI:

Hinter IZMI steht Emily Williamson, eine Trageberaterin aus England, welche die gut besuchte und älteste Sling Library „South London Sling Library“ betreibt. Sie hat ihre Ausbildung an drei Schulen absolviert: „The School of Babywearing“, „Slingababy“ und „Canadian Babywearing School“. Für „The School of Babywearing“ ist sie u.a. als Ausbildnerin tätig. Sie ist auch für die Entwicklung des IZMI Wraps verantwortlich.

Erster Eindruck des IZMI Baby Carrier:

IZMI Baby Carrier + IZMI Breeze Baby Carrier

IZMI Breeze Baby Carrier  + IZMI Baby Carrier

Der in China produzierte BabyCarrier (ich fand auf der Homepage keine weiteren Informationen zu Produktionsbedingungen bzw. Stoffqualität/etwaige Zertifikate zur Garnqualität) kommt mit Anleitungen in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch. Darin sind die 2 Trägerpositionen vor dem Bauch mit normalen und gekreuzten Trägern, die Hüfttrageweise, Rückentrageweise sowie mit dem Gesicht nach vorne vorgestellt. Die Trage ist auf ein sehr kleines, leichtes Packmaß zusammengerollt und kommt mit gleichfarbigem Stoffbeutel, sowie einer fast Quaderförmigen Sitzerhöhung, welche für kleine Babys gedacht ist. Das geringe Gewicht der Trage und praktische Format sticht hier als erstes hervor, passt es so doch locker in jeden noch so volle Wickeltasche, ohne unangenehm schwer aufzutragen.

Die gesamte Trage ist komplett ungepolstert, auch am Hüftgurt. Verstellt werden Gurt wie auch Träger mittels Stoffbändern aus dem selben festeren Baumwollköper, aus dem auch die Trage gefertigt ist.

Hüftgurt & Stegverstellbarkeit:

Der IZMI Carrier im Detail

Der ungepolsterte Hüftgurt von 41 x 7 cm, mit zwei innenliegenden Klettstreifen zum Verstellen der Stegbreite, kann auf zwischen 57 cm und ca. 130 cm Bauchumfang verstellt werden. Verschlossen wird er mittels einfacher Klickschnalle ohne Sicherheitsverschluss. Da Festziehen erfolgt mittels doppelt genähtem 5 cm breitem Stoffband aus dem weichen, aber stabilen Baumwollköper, aus welchem die gesamte Trage gefertigt ist. Dank zentrierter Schnalle kann individuell beidseitig Weite und Positionierung der Schnalle eingestellt werden. Ein Bandüberschuss könnte mit einem Gummiband zusammengefasst werden, dieses bietet zudem einen Schutz vor einem Herausrutschen der Bänder aus der Schnalle. Mittels 2 Laschen mit Klett, welche ein- oder ausgeschlagen werden kann der Steg von ca. 18 cm bis 39 cm stufenlos erweitert werden. Für kleine Babys wird vom Hersteller ein kleiner Polster als Sitzerhöhung mitgeliefert.

Die Träger:

Die im Schulterbereich 18, 5 cm breiten Wrapcon-artig am Paneel abgehenden Schulterträger sind mit einer einfachen, nur an den Seiten auf wenigen Zentimetern verstärkten, Naht befestigt. In ihrer Optik erinnern sie etwas an die Limas, enden aber etwa nach 50 cm auf Höhe der Schulterblätter in ca.  4 cm breite Stoffriemen. Eine zweigeteilte Schnalle erlaubt eine gekreuzte oder klassische H- Trageweise. Auch könnte damit auf der Hüfte getragen werden. Die beidseitige Schnalle erlaubt es von beiden Seiten die Riemen zu straffen.

An jedem der breiten Träger befindet sich weiters ein an einem Stoffwalz befestigter, verschiebbarer Brustgurt. Dieser kann problemlos über den Falz nach unten hin abgezogen werden, wenn er nicht benötigt wird, und ebenso leicht wieder hinaufgeschoben werden.

Das Rückenpaneel:

Im Pobereich findet sich mittig ein senkrechter Abnäher, ansonsten ist der ca. 35 cm hohe, doppellagige, annähernd rechteckig zugeschnittene Stoff bis auf die zwei Kappnähte, welche den Übergang zu den ausklappbaren Steg-Verbreiterungs Laschen darstellen, unstrukturiert. Die Mesh-Version („Breeze“, 100% Polyester) hat statt einem durchgängigen Paneel aus Baumwolle einige Zentimeter vom Rand entfernt ein grobes, jedoch nicht kratziges, Mesh-Netz. Dieses Netz ist nicht durch einen weiteren Stoffteil abdeckbar – bei kühler Witterung wäre das Baby somit ohne zusätzliche Jacke des Trägers dem Wetter ungeschützt ausgesetzt – der Leitsatz „jede Schicht Tuch ersetzt eine Kleiderschicht“ wäre hiermit ausser Kraft gesetzt, wenn es um die Wahl der entsprechenden Bekleidung geht. In der kalten Jahreszeit würde ich persönlich die Cotton-Variante der Trage bevorzugen.

Unabhängig vom Modell ist im Nackenbereich ein nahtloser Übergang zu einer ca. 14cm breiten, „bindenförmigen“ Ausbuchtung, als Verlängerung des Paneels über die Kopfkante hinaus auf 48 cm etwa, sichtbar. Hiermit kann das Rückenteil verlängert bzw. als (auch eingerollte) Nackenstütze, unabhängig von der mittels Druckknöpfen separierbaren Kopfstütze, genutzt werden. Zwei Druckknöpfe am Außenrand der Verlängerung ermöglichen eine Befestigung im Trägerbereich. Für das Faceout-Tragen würde einfach dieser Teil nach außen herabhängen gelassen.

Die Kopfstütze

Die Kopfstütze, welche mittels an der Paneelinnenseite im Bereich der Nackenkante angebrachten Druckknöpfen jederzeit weglassbar ist, ist an ihren Außenseiten C-Förmig leicht eingebuchtet und wird mittels eingenähten, unverstellbarem Gummi leicht gerafft. Die Fixierungsbänder können mittels Stoffriemen auf 15 cm verlängert werden – einmal jedoch maximal ausgezogen ist es durch die unpraktischen Verlauf durch die Schnalle ohne zwei Hände und bei angelegter Trage so gut wie unmöglich diese erneut zu verkürzen. Auch ein Lockern erfordert viel Kraft und Fingerspitzengefühl – praktische Einstellbarkeit sieht anders aus! Ein mit einer Hand öffenbarer Schnallen-Clip mit Zähnen (wie er auch bei der Jackenerweiterung von Cocoome verwendet wird) dient als Befestigung der Kopfstütze am Trägerstoff.

Accessoires

Für den IZMI Carrier hat es noch das zusätzlich käuflich erwerbbare IZMI Comfort-Set bestehend aus Sucking Pads sowie einer weißer, gut waschbaren und sehr kuschelig weichen Kopfstütze aus dem selben weichen Frotteematerial (?) aus Baumwolle mit 25% Polyester.

Die 9×11,5 cm großen Trägerschutzpolster werden mittels Klett um den Träger geschlossen. Dabei wird der Stoffträger etwas zusammengeschoben, da breiter als die Stoffröhre.

Diese Kopfstütze ist als Verbesserung der Bequemlichkeit fürs Kind im Kopfkantenbereich gedacht und erfüllt bei kleinen Babys potentiell wenn nötig eine mit der Nackenrolle vergleichbare Funktion. Zugleich kann sie beim vom IZMI Baby Carrier beworbenen FaceOut-Tragen als Sabberlatz genützt werden.

Der IZMI Baby Carrier im Praxistest

Zuerst testeten wir die normale H-Trage-Variante. Der Steg ist dabei rasch ans Kind anpassbar. Für meinen Sohn mit Kleidergröße 74/80 musste ich bereits die aufgeklappten Flügel maximal nutzen. Angelegt hatte ich das Gefühl dass diese Flügel das Gewicht der Oberschenkel nicht optimal trugen (ein Eindruck, welche auch bei Testversuche von Beraterkolleginnen unisono und unabhängig voneinander als Beobachtung formuliert wurde), so dass sich die Beinchen leicht, aber nicht störend, nach unten bewegten. Der Hüftgurt lässt sich leicht anlegen, mit 9 kg Baby schnitt er mir jedoch seitlich bzw. im Rückenbereich etwas ein. Ein breiterer normaler Riemen wäre wünschenswert gewesen und würde auch das Festziehen leichter gestalten, da die Wahrscheinlichkeit einer blockierenden Schnalle geringer wäre.

Das Anlegen der Träger erfolgt ansich intuitiv. Es fiel mir jedoch nicht leicht, die Träger vor dem ersten Hineinsetzen so anzupassen, dass das Straffen bzw. Schließen des Brustgurts von der Höhen-Adjustierung ohne fremde Hilfe mühelos geklappt hätte, es erfordert eine gewisse Erfahrung und Gespür. Bei einem häufigen Wechsel zwischen zwei verschieden gebauten Trägern könnte dies einen fürs Handling lästigen Nebeneffekt darstellen.

Beim Anlegen in H-Position drücken die Träger an der inneren Kante, ich konnte mich mit dieser Position auch nach mehrmaligem Testen nicht anfreunden, ohne Verspannungen im Nacken zu bekommen.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Stoffband gerne und leicht in der Schnalle verdreht und dadurch blockierte – ein normaler Gurtriemen wie bei der IZMI Toddler-Trage, wäre hier eine wertvolle Verbesserung zur Vereinfachung des Festziehens. Mir fehlte auch beim ans mittige Rückenpaneel angrenzenden Band am Ende eine entweder dickere Naht oder Gummiband, wie an den anderen Riemenenden. Potentiell besteht hier das Risiko, dass bei zu lockeren Trägern das Band aus der Schnalle herausrutscht, somit fürs Baby im Worstcase ein Rausfallrisiko darstellt. Vom Sicherheitsaspekt würde ich mir hier an dieser Position auch eine einhändig öffenbare Sicherheitsschnalle oder zumindest ein Sicherungsband aus Gummi wünschen.

Am Ende schaffte ich es mit einigen Verrenkungen jedoch ein recht straffes Ergebnis zu erhalten. Dadurch hatte ich aber einerseits das Problem, dass die dünnen Stoffriemen unter der Achsel einschnitten bzw. der nicht gepolsterte Schnallenbereich drückte, andererseits hat es (unabhängig von der Trageposition, rein schon konstruktionsbedingt) einen gewissen wirbelsäulenaufrichtenden Zug, der speziell kleine Kinder in eine stark aufgerichtete Position bringt.

Die gekreuzte Tragevariante sprach mich eher an und war mit etwas Einarbeitung angenehm straff anlegbar, wenngleich durch eine fehlende Trägerverkürzungsschnalle nicht so eng, wie es bei der Toddlersize möglich wäre. Leider enden die breiten Stoffbahnen der Schulter direkt auf der Höhe der Schulterblätter. Dadurch können sie, verglichen mit einem Tuch, nicht annähernd die beim Tuch durch Auffächern so komfortable Stützung erzielen und je fester die Träger umso schlechter klappte das Auffächern. Eher schneiden die Riemen im Rückenbereich unangenehm ein. Ein Tiefersetzen des Hüftgurtes brachte minimale Erleichterung. Insgesamt trügt jedoch das Versprechen nach entlastender Stützung ähnlich wie bei einem Tragetuch, hierfür müsste der breite Stoffträgerteil deutlich tiefer im Rückenbereich herunterreichen.

Rückentragen im klassischen IZMI BabyCarrier

Beim Rückentragen war ich zu Beginn eher positiv überrascht. Nun ließ sich sie Trage wirklich intuitiv leicht anlegen und mein Baby wurde zum Leichtgewicht. Die Trage ließ sich gut straff bekommen und die breiten Träger, durch den Nähtrick der Brustgurtbefestigung wird zu einem angenehm anliegenden Stoffband.

Negativ viel mir jedoch auf den zweiten Blick der Hüftgurt auf. Durch die fehlende Polsterung und die eher schmale Breite liegt er bei meiner Statur nicht optimal im Rückenbereich an. Hier konnte ich mit der Hand mühelos dazwischen gehen. Die Schnalle noch fester ziehen brachte jedoch unangenehmen Druck im Bauchbereich bzw. schnitt mir ein. Hier half es mit dem Sucking Pad ein wenig Druck abzufedern, optimal ist es jedoch nicht.

Durch diesen zwangsläufig zu lockeren Bereich rutschte  der Babypo etwas zwischen mich und den Hüftgurt. Das beeinträchtigte zwar nicht die Sicherheit, war mir aber unbequem und störte langfristig. Eine Hüftgurtpolsterung hätte den Komfort zweifellos erhöht und dieses Phänomen verhindert.

Das Tragen auf der Hüfte empfand ich, bis – mal wieder ;) – auf den einschneidendem Hüftgurt als recht brauchbar vom Komfort. Das Festziehen erwies sich durch die sich verkantenden Riemen teils jedoch als mühsam und erforderte etwas Spielerei.

Der Newborn-Einsatz beim IZMI Baby Carrier

Der Newborneinsatz ist ein Quaderförmiger Polster, welche an der Unterseite einen Klettverschluss zur Fixierung im Stegbereich hat (1). Im Praxistest erprobten wir ihn mit Frühchen-Puppe (welche in den Dimensionen einem Neugeborenen eher entspricht, sowie der Newborn-Puppe, welche etwa einem Baby um Größe 62 herum nahe kommt. Im ersten Schritt fiel auf, dass das Baby nicht in der Trage hockt, sondern auf dem Einsatz sitzt. Der Trägerzug im Rückenpaneel kommt auf den unteren Rücken des Babys, richtet das Kind dadurch noch stärker auf, als wie wenn es normal drinnen sitzt (2,3). Die Innenkanten der Träger waren ebenfalls sehr locker (3,4), was auch Auswirkungen auf die Stützung im Nacken bei so kleinem Baby hat. Auch ein Test mit echtem Neugeborenem fiel in der Positionierung optisch nicht ansprechend aus – zu gerade saß das Baby auf dem Polster, die Beine relativ weit auseinandergespreizt.

Mit Kolleginnen experimentierten wir, ob es eine Lösung gäbe, den dadurch für Neugeborene suboptimalen Einsatz fortzulassen.

IZMI baby Carrier

Optimierungsversuche des IZMI Baby Carriers zu Vermeidung des Newborneinsatzes

Wir probierten mit Newborn-Puppe und Einsatz die Anhockung zu optimieren: eine Stegverbreiterung mittels Flügel-Erweiterungen hatte keinen Einfluss auf die Anhockung und konnte ebenso komplett unbenutzt bleiben (5)

Wir kamen schlussendlich dazu, einen Versuch mit Apron tragen zu wagen. Hier störten die bei klein eingestellter Stegbreite außen liegenden Flügel optisch, aber nicht beim Tragen. Mittels Abbinden mit dünnem Strumpf (6) stellte sich zwar eine gute Stegverkürzung, nicht jedoch eine passende Anhockung heraus. Die Lösung mit Abbinden mit einem dicken Tuch (um noch eine gewisse Anhockung zu gewährleisten und die Paneelhöhe entsprechend zu verkürzen) und gekippte Trägern bei einer Apron angelegten Trage als bequemste und mit Puppe optisch ansprechendste Variante heraus (7). Auch die Seitenstützung und Stütze im Nackenbereich war nun optimal. Da die mittig am Rückenpaneel anstehenden Riementeile ausfädelbar sind können bei verkehrt angelegter Trage, umgefädelten kurzen Riemen durch die gekippten Träger diese wie gewohnt befestigt werden.

FaceOut mit dem IZMI Baby Carrier
Face out IZMI Baby Carrier

Vorwärtsgerichtetes Tragen im IZMI Baby Carrier mit breitem Steg

Ich bin prinzipiell kein Fan von dieser Tragemethode, aber da der Hersteller sie für 3-8 Monate alte Babys als Option vorschlägt, wurde auch sie getestet.

Die erste Hürde war es bereits, eine Einstellung zu finden, welche Baby Haltung und Träger Komfort gleichermaßen gewährleistet.

Bei breit eingestelltem Steg drückte mich der Hüftgurt im Rücken unangenehm. Wie beim Rückentragen kippte auch hier der Gurt im Bauchbereich durch die suboptimale Anpassbarkeit luftbedingt nach innen und das Baby in den Hüftgurt.

Ein Festziehen ging halbwegs gut, aber im Brustbereich sackte mein Sohn deutlich zusammen. Hier war bei der breiten Stegvariante zwar eine im Kniebereich unterstützte M-Haltung gegeben, er formte auch einen gewissen Rundrücken. Aber bequem/förderlich für Babys Anatomie fühlte es sich für mich nicht an. Es war eher ein mittels Spannung vom Hüftgurtbereich nach oben hin erzwungene C-Haltung, welche mein Sohn durch ein Anlehnen des Kopfs im Brustbereich auszugleichen versuchte.

Face out IZMI Baby Carrier

Vorwärtsgerichtetes Tragen im IZMI Baby Carrier bei schmalem Steg.

Mit schmalem Steg war es für mich angenehmer und ein Baby könnte auch eine Weile eine M-Haltung aufrecht erhalten, mit der Zeit wandern die Füße jedoch klassisch abwärts. Eine Wirbelsäulenrundung war hier nicht beobachtbar, eher eine Tendenz ins Hohlkreuz. Ein Kopf ablegen war für meinem Sohn nicht gut möglich, da seine Gesamthaltung zu aufrecht war.

Ich kann persönlich diese Trageweise mit dem IZMI Carrier, auch für „Ausnahmefälle“, aufgrund meiner Beobachtungen nicht empfehlen.

 Pflege des IZMI Baby Carrier

Der Hersteller empfiehlt einen Kaltwaschgang (vom Material sollten aber auch 30°C kein Problem darstellen), bei geringer Umdrehungszahl. Wie bei jeder Tragehilfe sollte auch hier auf flüssiges Waschmittel ohne Bleiche zurückgegriffen werden.

 Mein Fazit zum IZMI Baby Carrier:

Hüfttragen IZMI Breeze Baby Carrier

Tragen auf der Hüfte im IZMI Breeze BabyCarrier mit Mesh

Ich persönlich empfand die Trage am Rücken deutlich feiner wie am Bauch, wenngleich  durch den schmalen, einschneidenden Hüftgurt der Sitz mit 9/10 kg Baby nicht mehr so bequem, aber erträglich, war.

Es erfordert einiges an Herumprobieren, bis die Trage straff sitzt, und sie ist ohne Zweifel auch nach einer längeren Testperiode nicht meine 1. Wahl für längere Tragespaziergänge. Leider zeigen die Online- & beigefügten Fotoanleitungen hier nicht optimal, wie die Trage wirklich gut angepasst wird. Eine deutlich zu lockere Trageweise auf Kosten der kindlichen Stütze wie auch den Trägerkomfort ist bei unerfahrenen Trageeltern, welche hier auch vorrangig auf die Trage zurückgreifen werden, wahrscheinlich.

Für Familien, welche nur selten hie und da tragen oder eine günstige Trage als Kinderwagenbackup mitführen wollen, ist der IZMI Baby Carrier trotz vieler verbesserbarer Punkte jedoch, im Vergleich mit andren Komforttragehilfen aus dem Babyfachmarkt, überraschend brauchbar und pasabel, da er deutlich weniger strukturiert und im Rückenpaneelsbereich zudem ungepolstert ist. Für den recht günstigen Startpreis weist die Trage auch eine angenehme Passdauer bis ca. Kleidergr. 80/86 (1,5/2J.). Mit der Option auf Bauch, Hüfte und Rücken zu tragen werden auch alle drei für die Tragezeit relevanten Positionen möglich gemacht.

Von einer erfahrenen Trageberaterin als Entwicklerin hätte ich mir etwas mehr den Fokus auf dem Komfort des Trägers, Sicherheit und Anatomie des Babys gewünscht. Hier wäre ein minimal teurerer Preis wünschenswerter, als an Material (z.B. Polsterung), und dem optimalen Handling (Riemen statt Stoffbändern) zu sparen.

Persönlich kann ich jedoch, trotz zahlreicher guter, aber leider in meinen Augen nicht völlig zu Ende gedachten, Ansätze, den Hype um den IZMI Baby Carrier im britischen Raum – auch im Vergleich mit den in unserem Raum verfügbaren, im ähnlichen Preissegment angesiedelten, aber deutlich weniger Schwächen aufweisenden Tragehilfen – leider nicht nachvollziehen. Meine Meinung teilten auch mehrere Mütter, welche ich zwecks Objektivität bat, die Tragehilfe mit ihren Babys zu probieren, welche, mit und ohne Trageerfahrung, keine rechte Begeisterung für das System aufbringen konnten.

Im Falle eines Kaufs halten Eltern, bei korrekter Einstellung jedoch ein durchaus praktikables, brauchbares Produkt in Händen. Eine Empfehlung zur Nutzbarkeit kann ich jedoch erst ab einer Körpergröße aussprechen, ab welcher der Neugeboreneneinsatz nicht mehr nötig ist, wenngleich mittels Abbinden eine frühere Nutzung antestbar wäre.

Ich möchte mich bei Advikids an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken, mir den Blick über den Tellerrand für diesen Review dank der Muster ermöglicht zu haben!