Begriffskunde

20160504_180947Welche Tragehilfen? Welche Tücher? Der „Tragedschungel“ ist vielseitig und auf den ersten Blick verwirrend. Hier ein paar kleine Begriffsdefinitionen, um euch eine erste Übersicht über die Vielzahl an heute verfügbaren Tragemöglichkeiten zu biete.. 

Tücher

  • Tragetücher: je nach Länge des Tuchs mit 2-8 gekennzeichnet. Die „Standard“-Größen bei normaler Statur sind eine „4“ (z.B. einfacher Rucksack, Känguru, seitliche Hüftschlinge usw.) und eine „6“ (z.B. Wickelkreuztrage, Einfacher Rucksack mit Finish).
  • Ring Sling: ein kurzes, meist ca. 1,5-2m langes Tuch, welches an einer Kante 2 eingenähte Ringe hat, durch welche das andere Tuchende gezogen wird, so das ein Beutel entsteht. Die platzsparendste Tragehilfe, für kurze Erledigungen (z.B. Einkaufen). Erlaubt das Tragen an Bauch und Hüfte, verursacht jedoch eine einseitige Gewichtsbelastung, d.h. ein stündlicher Seitenwechsel ist zu empfehlen!

 

Tragehilfen

  • Mei Tai: Tragehilfe asiatischen Ursprungs. Erlaubt das Tragen auf Bauch und Rücken und ist durch die zu bindenden Hüft- und Schultergurte individuell einstellbar. Ab Geburt verwendbar. Die ideale Mischung aus Tragetuch und Tragehilfe, ist sie doch sehr weich und kommt ohne Gestell und Schnallen aus. (z.B. MySol)
  • Half Buckle: Verwandt mit der MeiTai, besteht der einzige Unterschied darin, dass der Hüftgurt mit Schnalle verschlossen wird, während die Schulterträger gebunden werden. Tragen am Bauch & Rücken möglich. Verwendung ab er Geburt möglich. Manche Mei Tais lassen sich durch zukaufbare Adapter auch in einen Half Buckle verwandeln. (z.B. Frl. Hübsch, Huckepack, Storchenwiege Carrier, Kokadi TaiTai etc.)
  • Wrapcon: Eine MeiTai/Halfbucke mit Schulterträgern aus Tragetuch, welche auch wie ein solches gestrafft werden. Eine spannende Alternative für Eltern, welche vor dem Tuchbinden Respekt haben, jedoch nicht völlig auf das Tragen im Tuch verzichten wollen. (z.B. Didytai, Hoptye, Fidella Flytai, Wrapidil etc.)
  • Full Buckle: Hüft- als auch Schulterträger werden mit Schnallen verschlossen. Ein guter Fullbuckle sollte, um den Druck auf den kindlichen Rücken möglichst gering zu halten, zwei Einsteckmöglichkeiten für die Schulterträger haben: im Hüftgurt für Babys ab Geburt bis Sitzalter, ins Rückenpaneel ab Sitzalter. Zusätzlich hat er einen stufenlos einstellbaren Steg. Obwohl viele Hersteller ihre Tragehilfe „ab Geburt“ bewerben, sind nur einige wenige aufgrund der Stegbreite auch wirklich schon ab diesem Zeitpunkt zu empfehlen. (z.B. Buzzidil, Emei, Kokadi Flip, Fidella Fusion, Huckepack, Ruckeli, Manduca, etc.)
  • Onbu: rucksackartig geformt besteht der Onbu nur aus einem rechteckigen Stück Stoff mit Schulterträgern. Empfehlenswert ist die Tragehilfe ab dem Laufalter. Durch das Fehlen eines Hüftgurtes eignet sich der Onbu auch gut als Tragehilfe während einer Schwangerschaft. (z.B. Madame Jordan, Fidella, Huckepack, Sterntuch,…)
  • Podaegi: v.a. im asiatischen Raum bekannt, ein rechteckiger Stoff mit Bändern, welche als Schulterträger, ähnlich dem einfachen Rucksack ums Kind gebunden werden. Kommt ohne Hüftgurt aus. Trageweise vorrangig am Rücken. (z.B. Fidella, Huckepack, Kokadi)
  • Kraxen: Recht beliebte Wanderrucksäcke, welche eine kleine Sitzgelegenheit fürs Kind bieten, umrandet von einem rechteckig/quadratischen Gestell. Verursachen beim Träger einen versetzten Schwerpunkt. Empfohlen frühestens ab Sitz-, besser Laufalter – Die Kinder werden nicht wie bei einer Tragehilfe rundum aufrecht gestützt, d.h. wenn sie beim Wandern einschlafen sacken sie zusammen. Eine Kraxe macht somit bevorzugt dann Sinn, wenn das Kind sich selbst gut komplett aufrecht halten kann und auch Schlafphasen seltener werden. Kraxen mit verstellbaren Steigbügel o.ä. Bein-Abstellhilfen sind zu bevorzugen (Stichwort herabhängende Beine!). Zur Auswahl eines geeigneten Modells ist es ratsam, eine Vor-Ort-Beratung in einem einschlägigen Bergsportgeschäft zu wählen.