Das tibetanische Finish ist eines der beliebtesten Finishs beim Rückentragen mit dem Tuch, um einerseits die Schulterträger zu fixieren (welche je nach Schulterform gerne nach unten zu rutschen drohen) und um das Gewicht auf Schultern und Brust gleichmäßig zu verteilen. Auch kann es in der Schwangerschaft oder bei einer hohen Bauchsensibilität eine angenehme Lösung darstellen.

Je nach Statur braucht ihr für dieses Finish beim Einfachen Rucksack ca. eine Gr. 5-7 (quasi in etwa Base-Size), immer auch abhängig von eurer Größe und Bindeweise – bei einem Double Hammock kann es somit evtl. eine Größe mehr sein.

Ich möchte euch heute die klassische Variante, aber auch einige Abwandlungen vorstellen, um auch im Alltag etwas Abwechslung zu haben oder individuelle Unannehmlichkeiten beim Tragen lindern zu können:

Klassisches Tibetanisches Finish (knotenlose Variante)

Tibetanisches Finish

Tuch: Pollora Universe

Eure Tuchbahnen enden unter den Achseln. Statt zu Knoten geht ihr über die Brust zur gegenüberliegenden Schulter und führt das Tuch von Außen nach Innen und dann unterhalb des schrägen Tuchverlaufs hindurch. Achte darauf, nocheinmal strähnchenweise gut nachzustraffen und die Brustbahn gut aufzufächern.

Alternativ kannst du auch vor der Brust einfach einen Knoten machen. (Siehe 2. Bild).

Tibetanisches Finish oberhalb der Brust (mit Knoten)

Tibetanisches Finish

Tuch: Didymos Katja

Bisweilen kommt es vor, dass Trageeltern im Brustbereich sehr sensibel sind oder sie die Position einfach unangenehm dünkt. Es wäre hier einen Versuch wert, obige Variante zu probieren, welche wie Variante 1 klassisch oder wie hier abgebildet mit Knoten umgesetzt werden kann.

Bei dieser Variante werden die Tuchenden als erstes unter der Achsel durch die Schulterstränge geführt. So liegen die Bahnen oberhalb der Brust im Brustbeinbereich auf. Anschließend kannst du wie in Bild 1 eine knotenlose oder in Bild 2 gezeigte geknotete Variante nützen. Auch ein Ringfinish (Bild 3) wäre problemlos möglich.

Tibetanisches Finish mit Slingring

Tibetanisches Finish mit Ringen

Tuch: Didymos Katja

Natürlich kann auch hier ein Paar Slingringe zum Einsatz kommen.

Eine grundlegende Anleitung, wie ein Ring Finish, geht, habe ich euch ja letztens im Beitrag zur Knotenkunde gegebe. Hier habt ihr als einzigen Unterschied nur ein Tuchende und den Schulterstrang, welcher die Schlaufe im Ring bildet. Achtet auch hier auf eine an euer Tuch angepasste Ringgröße und ein gutes Nachstraffen, um alles optimal am Platz zu halten. Ein Ringfinish ist selbstverständlich auch bei der oben vorgestellten Variante 2 möglich.

Übrigens: Ein tibetanisches Finish könnt ihr auch toll mit einer Wrapcon binden! 🙂

Welche der Varianten nützt ihr am liebsten?