Ein Tuch lässt sich mit einem Doppelknoten wunderbar zukriegen. So einfach, so gut. Aber wer einmal einen Knoten bewusst gemacht hat, stellt fest, dass es verschiedene Arten gibt, um ein festes Ergebnis zu erreichen, und manche Varianten ergeben ganz neue Möglichkeiten. Heute möchte ich euch daher einige Knotenvarianten vorstellen, welche toll für das Tragetuch geeignet sind, und euch dazu ein wenig erklären, wo diese am Besten zum Einsatz kommen.

Flacher Knoten („Reef/Square Knot“)Reef knot flacher Knoten

Vielen von euch ist dieser einfache Doppelknoten vermutlich als „Weberknoten“ ein Begriff. Im Unterschied zum normalen Doppelknoten erkennt ihr, dass die Enden parallel zueinander auf der selben Ebene enden.

Vorteil: er hält perfekt fest, lässt sich aber durch zueinanderschieben der parallelen Tuchenden leicht lockern und lösen. Er ist somit der Knoten der Wahl beim Tuchbinden.

In der Praxis lässt er sich leicht auch blind binden: Wie bei der Grafik erkennbar habt ihr beim Kreuzen einen unten (weiß) und einen oben (farbig) verlaufenden Strang. Der untere Strang wird von oben nach unten durch die Schlaufe gezogen. Ihr erkennt, dass nach dem ersten Knoten nun automatisch erneut den weißen Strang als unteren Strang hat. Wir kreuzen erneut wie beim 1. Mal (Merksatz: „unten bleibt unten“) und wiederholen den Ablauf vom 1. Knoten. So erhaltet ihr immer einen perfekten flachen Knoten!

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Erin KnotErin knot Knotenkunde

Der Erin Knoten ist eine Variation des flachen Knotens und hat einen rein dekorativen Nutzen. Beim flachen Knoten  habt ihr einen Strang (oberen, hier farbig!) welcher am Ende eine halbmond-förmige Biegung einnimmt. Lockert den Stoff minimal und zieht ihn über den „zopfartigen“ Teil, welcher von dem unteren Strang gebildet wird.

Ring Finish

Ring Finish Knotenkunde Bisweilen kommt es vor, dass die Tuchenden nach dem Binden zum Knoten zu kurz sind. Hier kann ein Ring Finish Abhilfe schaffen. Voraussetzung hierfür ist ein Slingring (erhältlich in Gr. S-M-L, z.B. bei Didymos, Fidella, Trageshops) in der zur Tuchstärke passenden Größe. Dünnere Tücher brauchen eher kleinere, dickere eher größere Ringe. Dein Finish muss am Ende als Knotenersatz stabil halten – ist der Ring zu groß, ist deine Bindeweise nicht sicher fixiert!

Ziehe ein Tuchende als Schlaufe durch den Ring. Das 2. Ende wird durch die Schlaufe geführt. Ziehe nun beide Enden nochmals strähnchenweise fest, bis du merkst, dass alles schön straff anliegt.

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Schiebeknoten / „Slipknot“Slipknot Schiebeknoten Knotenkunde

Der Anwendungsbereich des Schiebeknotens befindet sich dort, wo beim Binden ein fliessendes, strähnchenweises Nachstraffen, vergleichbar mit einem Ring Sling, ermöglicht werden soll. Die einfachste Einsatzvariante wäre in Form eines Slings mit Schiebeknoten (lässt sich besser ans Kind anpassen als ein normaler Knoten, vgl. Hüftsitz), statt mit Ringen (vgl. Foto). Normalerweise wird so gebunden, dass die von der Schulter kommende Bahn (am Foto in weiß dargestellt) sich als zu straffende Bahn im Knoten befinden. Andere Beispiele für Bindeweisen mit Schiebeknoten wären z.b. Finishs mit Schiebeknoten für den Rucksack oder Double Hammock u.a., die Semi Front Wrap Cross Carry oder die Coolest Hip Cross Carry.

Die waagrechte Tuchbahn wird über den Schulterstrang und dann darunter hindurch geführt. Der Strang kommt dabei oberhalb zu liegen, so dass das Tuchende oberhalb des waagrechten Stranges herabhängt. Nun wird das Ende unterhalb des senkrechten Strangs und oberhalb retour geführt und durch die dabei entstandene Schlaufe festgezogen. Zum Abschluss wird der Schulterstrang nochmals strähnchenweise gestrafft.

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Viel Spass beim Nachbinden!