photostudio_1479486874877.jpgHeute möchte ich euch meiner persönlichen Lieblingstrage vorstellen: das Wrapidil aus dem Hause Buzzidil mit Sitz in Wien, besser bekannt für seine gleichnamigen Fullbuckle-Tragehilfe.

Ich muss zugeben, ich habe im Zuge meiner Trageberatertätigkeit viele verschiedene Systeme probiert, aber bin am Ende immer wieder zum Tuch zurückgekehrt, da für mich bei Tragehilfen immer ein grob störender Punkt vorhanden war – mal die Trägerform, meist aber der Druck auf den Bauchraum durch den Hüftgurt (ich war hier schon immer sehr sensibel).

Umso mehr war ich erfreut, als ich im Juni 2016 vom Release der ersten Wrapidile (der Name leitet sich von Wrap & Buzzidil ab) hörte und wenige Monate darauf, eines vom Modell „Eden Agua“ auch selbst meinem Beratungsinventar hinzufügen durfte!

Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Wrapidil um eine WrapCon, eine Kombination aus Tragehilfe und Tragetuch. Sie kombiniert somit die Sicherheit einer Tragehilfe („kein durchrutschen“) mit den Gewicht ableitenden, stützenden Vorteilen eines Tragetuchs.

Charakteristika des Wrapidils

Vorteilhaft ist beim Wrapidil ist der 63 cm lange, 8 cm breite und ca. 1 cm dick gepolsterte Schnallenhüftgurt (für Träger mit Kleidergr. 32-54 passend, Umfang von 63-140cm), welcher ein müheloseres, engeres Anlegen als mit klassischem Knoten ermöglicht. Der Gurt kann in beide Richtungen festgezogen und dadurch auch nach Trägerbedürfnis mittiger oder seitlicher positioniert werden.

Die Schulterträger aus ungepolsterter Tuchbahn sind ca. 27 cm breit und ca. 2m lang. Am Übergang zum Nackenpaneel sind sie gerafft angenäht und dadurch sowohl gekippt als auch ungekippt nützbar. Beide Seiten verfügen über eine Schlaufe zum Festklipsen der Kopfstütze sowie seitlich 2 weitere Schlaufen, um eine z.B. eingerollte Kopfstütze zu fixieren. Die Tuchenden laufen leicht schief aus.

fb_img_1481283521470.jpgMit im Lieferumfang inkludiert sind über die Schulterträger ziehbare, gepolsterte Schulterpolster (9 cm breit, 21 cm lang). Sie sind vorallem beim Rückentragen sehr praktisch, weil so der Tuchstrang, ähnlich wie bei der Flytai von Fidella, eine „zusammenfassende“ Polsterung  hat, und nicht so leicht wegrutscht/auseinandergeht.

Die Kopfstütze entspricht in seinen möglichen Nutzungsfunktionen der des Buzzidils – sie kann mittels Tunnelzug verkleinert, gerafft, gerollt, gerade hochgebunden werden. An den Schulterträgern wird sie mittels Druckknopf fixiert.

Einstellung & Passbarkeit des Rückenpaneels/Stegs beim Wrapidil

Was ich beim Wrapidil sehr schätze, ist die enorm lange Passbarkeit (0-36 Monate lt. Hersteller) durch ein auf den ersten Blick etwas tricky wirkendes, aber durchwegs raffiniertes System mit zwei verschiedenen, ca. 5 cm übereinanderliegenden Tunnelzügen, welche durch Knoten der Bänder auf ca. 13-ca. 44 cm angepasst werden können:

Wie bei vielen anderen Meitais (z.B. Frl. Hübsch, MySol) ist auch beim Wrapidil ein Tragen in Apron/Non-Apron-Variante angedacht. Für Neugeborene (ab Gr. 50) wird der untere Steg aufs Minimum zusammengeschoben und der Hüftgurt umgeklappt, fixiert, und so das Rückenpaneel verkürzt (Vergleichbar von dieser Art der Paneelverkürzung wäre hier die Limas Babytrage). In weiterer Folge wird der obere Steg für die Breitenanpassung hergenommen. Bis Gr. 56/62 kann so Apron getragen werden. Bei meinem Praxistest mit einem Baby der Grösse 56/62 war die Kopfkante jedoch bereits 1 Fingerbreit unterm Nacken – diese Einstellung ist somit wirklich eher für ganz kleine Babys sinnvoll. Knapp vor Gr. 62 könnte also bereits auf non-Apron gewechselt. In dieser Variante kann bis ca. Kleidergröße 68 getragen werden.

Größere Babys können  durch Benützung des unteren Stegs gut gestützt getragen werden (der obere kann dann einfach locker geknotet oder offen gelassen werden, wodurch sich das Rückenpaneel von ca. etwas verlängert). Auch hier gilt zuerst Apron (bis Gr. 86/92), dann Non-Apron (bis ca. Kleidergröße 104). Der Steg wird bei dieser Einstellung mit Bändchen an Schlaufen am Hüftgurt je nach Weitenbedarf fixiert. Bis ca. Gr. 86 reicht das Rückenpaneel noch bis in den Nacken, bei 92 ist doch noch der obere Bereich mit Armen drin gut gestützt. Insgesamt kann das Paneel so je nach Trageweise/Einstellung auf 30-43 cm verkürzt bzw. verlängert werden.

Klingt kompliziert? Wer sich das mal bildlich vorstellen will, findet hier von Buzzidil eine schöne Bildanleitung, wie das ganze dann konkret aussieht!

Für mich eiimg_20161209_123752.jpgn winziger Kritikpunkt am Rande ist die Tatsache, das für das Umstellen zwischen Apron/non-Apron der gesamte Hüftgurt entfernt und umgedreht wieder durch den Tunnelzug gezogen werden muss. Ich hatte das Gefühl, dass u.a. auch hierdurch das Gewebe mit der Zeit leichter verrutscht, selbst wenn der Steg bei der Einstellung für ältere Babys mittels der seitlichen Schlaufen direkt am Hüftgurt verbunden ist. Hier musste ich den Stoff also regelmässig zurechtzupfen.

Ein einfaches Schnallenumdrehen wäre zwar theoretisch möglich – die Sicherheitsschlaufe für die Schnalle ist dann aber nicht mehr nützbar, da Schlaufe, aber auch Hüftgurt an der einen Seite nur einseitig angenäht sind (die 2. Seite geht hier mittig aus dem Stoffteil nach außen, siehe Fotos), und auch der Hüftgurt stünde durch die Konstruktion dann etwas ab.

Variationsmöglichkeiten der Schulterbahnen

Zusätzlich kann mit den breiten Schulterträgern ans Alter abgestimmt variabel getragen werden: bei Neugeborenen bzw. kleinen Babys wird wie bei der Tuchbindeweise „Känguru“ gekippt, um die Nackenpartie besser ans Kind anzupassen. Ein zusätzlicher Effekt des Kippens ist die Stabilisierung der Seitenkanten des Rückenpaneels, welche bei kleinen Babys als „laberig“ auffallen täten.

Später kann normal aufgefächert oder mit den übergezogenen Polstern getragen werden. Mit beiden Varianten stützt das Tuch vergleichbar wie mit der Wickelkreuztrage/Känguru. Voraussetzung ist hier ein straffes Anlegen, welches vor dem Knoten ein strähnchenweises Straffen erfordert. Diese Prozedur kann manchen Eltern das Gefühl vermitteln, dass eine Wrapcon aufwendig zum Anlegen ist, mit Übung ist das Handling jedoch sehr flott!

Ich persönlich trage am liebsten ohne Polster, da sie bei meinen Schultern sowieso dazu tendieren, sich etwas selbstständig zu machen und durch die Bewegung die Polsterung gern verrutschte, bzw. ich auch wenig Unterschied in der Gewichtsableitung empfand, wenn nicht ohne Polster sogar bequemer tragen konnte.

Bei älteren bzw. schweren Babys (Empfehlung des Herstellers läge bei ca. 8 Monaten aufwärts, was etwa dem durchschnittlichen Sitzalter entspräche) können die Träger überm Po aufgefächert werden, um bei höherem Gewicht noch mehr zu stützen. Hier erfordern die etwa 2 Meter langen – für meinen Geschmack jedoch noch eine Spur zu kurzen – Trägerstoffbahnen etwas Übung: beim Bauchtragen reichen diese (zumindest bei meiner Statur mit 2jährigem) nicht ganz um meinen Körper herum, d.h. die Bahnen mussten von hinten zwischen den Beinen eingeklemmt werden, was das Straffung halten beim Auffächern etwas erschwerte. Geknotet wird am Rücken.

Im Winter kam ich dadurch beim Tragen über der Jacke mit großem Tragling vor dem Bauch knapp an die längenbedingte Grenze der Träger – Knotenbinden auf dem letzten Zipfel.

Die Länge ist jedoch ausreichend, um beim Rückentragen verschiedene Finishs (z.B. tibetanisch, mit Ring/Kreuzen vor der Brust o.ä.) ausprobieren zu können und ist dort auch deutlich weniger hinderlich bei älteren Traglingen.

Fazit:

Bereits der erste Spaziergang mit dem Wrapidil begeisterte mich: sowohl mit aufgefächerten Trägern als auch mit Schulterpolstern konnte ich an Bauch und Rücken auch meinen damals ca. 10 kg schweren Sohn über Stunden gut tragen, ohne Schmerzen zu verspüren. Der Bauchgurt – der mich privat beim Buzzidil beim Rückentragen immer drückt – war beim für mich in seiner Form/Länge genau richtig, um Gewicht abzuleiten, ohne dabei unangenehm zu werden. Auch spätere Ausflüge bestätigten diese Erfahrungen. Für mich stellt das Wrapidil somit die für meinen Alltag perfekte Tragehilfe dar, nichtsdestotrotz ist auch hier wieder Statur/persönliche Anforderung immer ausschlaggebend.

Die kleinen Schwächen, die das Wrapidil aufweist sind eher minimal, leicht kompensierbar und hindern in keinster Weise an einem bequemen Trageerlebnis!

Am meisten begeistert mich nach wie vor das ausgeklügelte System zur Größenanpassung, da gute Tragehilfen mit langer Passbarkeit oft sehr begehrt, aber am Markt noch kaum vorhanden sind. Der Neupreis mit ca. 130-150 € ist dadurch für das Wrapidil absolut gerechtfertigt und entspricht damit auch dem durchschnittlichen Preis anderer beliebter Tragehilfen. Für mich ist das Wrapidil vor allem eine interessante Möglichkeit um dem Wunsch mancher Eltern gerecht zu werden, mit einer Trage für ein Neugeborenes/sehr kleines Baby und einem etwas älteren Kind, auszukommen, da der Umbau zwischen den einzelnen Einstellungen mit ein wenig Übung sehr rasch von statten geht!

Buzzidil hat in meinen Augen hier definitiv ein sehr tolles Produkt kreiert, dass man sich guten Gewissens genauer ansehen kann/sollte, wenn man auf der Suche nach einer neuen Tragehilfe ist!

Buzzidil Puppentrage WrapidilDEINE GEWINNCHANCE:

Bald kommt der dritte Adventsonntag und ihr habt die Möglichkeit, vom 11.-14.12.2016 auf Facebook einen süße Plaudertaschen Buzzidil für eure Traglinge zu gewinnen!