Es freut mich sehr, dass sich unlängst die Gelegenheit auftat, das Tragecover des kleinen Wiener Labels „LaraLi“ kennenzulernen und zu testen. Das Cover wurde mir hierfür von LaraLi zu Verfügung gestellt.

Der Hersteller LaraLi:

Hinter LaraLi steht die Wiener Zweifach-Mama Sonja mit einer Leidenschaft für Handarbeit und Nähen. Das Nähen wurde während der Karenzzeit mit ihrem ersten Kind zu ihrem Hobby: aus Hosen und Häubchen für die eigenen Kinder entstand vor etwa 3 Jahren ihr eigenes, kleines Label. „Ich liebe meine Nähmaschinen, Stoffe und was man alles tolles daraus zaubern kann. All meine Ideen stammen aus dem Muttersein, auf der Suche nach praktischen, funktionalen und individuellen Dingen!“ beschreibt sie ihre Motivation, dank derer sie inzwischen zahlreiche Familien mit individuell gefertigten Tragecovern, Babylegs, Trageschuhen, Babynestchen, und anderen zahlreichen, nützlichen Kleinigkeiten für die Baby- und Kleinkindzeit erfreut!

Ersteindruck des LaraLi Tragecover:

Larali Tragecover wollwalk

Larali Tragecover von Innen

Bei dem vorliegenden Modell handelt es sich um ein Cover vom August 2017, welches erstmals als Material 100% Wollwalk als äußere Schicht nützt. Die Innenschicht ist aus grauem Baumwollstoff. Da der Winter ohnehin so triste ist, entschied ich mich für das Modell „CarryCurry“ in einem tollen, leuchtenden Senfgelb aussen, und einem grau innen. Das Material gehört für Wollwalk zur minimal raueren, aber nicht kratzigen Kategorie, durch das Innenfutter stört dies jedoch nicht. Bei Kontakt mit Wasser (Regen z.B.) konnte ich ein leichtes, für Wollstoff aber nicht ungewöhnliches, leichten Fusseln an den Händen beobachten, welches jedoch im Trockenzustand nicht auftrat.

Neben Wollwalk als Material bietet LaraLi Softshell, Fleece, Steppstoff und Baumwolle in verschiedensten Farben und Mustern, um auf Wunsch und nach eigenen farblichen Vorlieben Tragecover für den Winter, die Übergangszeit oder den Sommer herzustellen.

Das Einstellen ist simpel: Die Grundform wird mittels außen in einem Tunnelzug durchgängig im Kreis verlaufender Kordel nach Bedarf zum Beutel zusammengerafft. So lässt er sich in der Form auch stellenweise stärker formen, oder auch ganz weit lockern. Dadurch kann das Cover alternativ zusätzlich als Unterlage oder Kinderwagen-/Maxi Cosi-Decke genutzt werden. Im Nackenbereich ist eine kleine, Zwergenmützenartig geformte Kapuze angenäht. Diese ist auf Wunsch (gegen Aufpreis) auch mit einer Verstellmöglichkeit versehbar, was ich sehr empfehlen täte, da meinem kleinen Baby mit ca. 2 Monaten im Testzeitraum die Kapuze rasch einmal das ganze Gesichtchen zudeckte.

Ebenfalls etwas störend empfand ich durch den festeren Wollwalk, dass an der Naht der Kapuze immer wieder der Baumwollstoff nach außen kam, und im Regenwetter natürlich Feuchtigkeit aufsog. Das hier nicht mit einer Fixierungsnaht gearbeitet wurde, liegt nach Rücksprache mit der Herstellerin, vorrangig an der Unerfahrenheit mit dem Verhalten des Wollwalks, welchen sie erst seit wenigen Tagen als Material anbietet. Hier hoffe ich somit, dass sie anhand des Feedbacks diese winzige Schwäche künftig anders versäubert, um die Stoffbewegung nach außen zu vermeiden und dem Baby ein trockenes Gesicht zu garantieren 🙂 .

Da wir aktuell noch mehr Sommer, denn eisigen Winter haben, steht eine Belastungsprobe im Tiefschnee aus, aber bei Temperaturen über 0 wird das Cover durch das Material definitiv gut warm halten. Darunter könnte ein Wollwalk Anzug sinnvoll sein, hier werde ich euch aber noch den Bericht updaten, sowie der erste Schnee liegt!

Den Regenguß überstand das Baby jedoch trocken und warm!

Das LaraLi Tragecover in der Anwendung:

LaraLi Tragecover

Das Cover lässt sich samt Trage einfach ablegen!

Befestigt wird das Cover nur mit je 2 Bändchen pro Seite zum Anknoten an die Schulterträger. Das hat den Vorteil, dass nicht wie bei anderen Covern meterlange Bänder um den Träger gebunden werden müssen, welche jedes Mal umständlich entwirrt und entfernt werden müssen, um das Baby abzulegen.

Dafür kann das Cover stets an einer Tragehilfe festgebunden bleiben, bzw. das Kind ohne Aufwand in die Trage hinein und hinaus genommen werden. Auch ein Rückentragen stellt kein Problem dar. Das Cover wird einfach vor dem nach hinten bringen an den Schulterträgern fixiert und dann das Cover über Babys Füße gezogen. (siehe Video weiter unten)

Larali cover tragetuch

Das Cover in Verbindung mit einer Wickelkreuztrage mit gewebten Tragetuch genutzt.

Das Cover ist also durch die Befestigung vorrangig für Tragehilfen geeignet. Bei Tüchern könnte es unter Umständen bei nicht gutem Knoten beginnen, etwas abwärts zu rutschen, da das Eigengewicht des Wollwalks nach unten zieht. Dies ist in der Praxis jedoch im Test zumindest mit einem Kindsknopf Elo als Faktor so minimal gewesen, dass vernachlässigbar. Bei Bindeweisen ohne zwei Schultersträngen (z.B. Semi FWCC u.a. Shortyvarianten)  wäre die Fixierung  jedoch nicht möglich.  Ein Straffen der Stränge ist mit angelegtem Cover selbstverständlich ebenfalls unmöglich.

Bei einem elastischen Tragetuch führt das Abbinden der Stränge durch den gewichtsbedingten Zug nach unten zu einer Verschiebung der Tuchbahnen zur Seite hin, ähnlich vom Effekt, wie wenn die Bahnen Känguru-artig gekippt getragen werden, wodurch der Nackenbereich für Babys ohne Kopfkontrolle nicht mehr ausreichend gestützt wird. Bei der Nutzung dieser Tuchgattung würde ich somit generell bevorzugt mit langen Bindebändern  arbeiten, da so die Bindeweise an sich nicht beeinflusst wird.

Da LaraLi aber immer auch auf Kundenwünsche eingeht, bin ich überzeugt, dass sich für vorrangige Tuchträger eine entsprechende Adaptierung mit Bändern ergänzend auf Wunsch problemlos einarbeiten ließe!

Pflege:

Der Hersteller empfiehlt Händewäsche in kaltem Wasser. Ich nehme aber an, im Worst Case würde das Material auch einen Handwaschgang/Wollwaschgangdurchlauf bei 30 Grad und sehr geringer Umdrehungszahl überstehen.

Fazit zum LaraLi Tragecover:

Für Tragehilfennützer ist LaraLi sicher eine sehr praktische Investition. Individuell gestaltbar, nicht überteuert für handgemachte Ware (der Endpreis ist von Material und Aufwand abhängig, beginnt aber für Grundmodelle ab 40 Euro aufwärts, Wollwalk ca. 70 Euro), und sehr praktisch ohne viel Firlefanz auf Bauch, Rücken, und theoretisch auch Hüfte gut nützbar. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Männer (zumindest meiner ^^) durch das leichte, umstandslose Handling gerne zu diesem Cover greifen werden. Je nach Tragetyp – rein Tragehilfe oder/und Tuch sollte bei der Bestellung eines LaraLi Tragecover auch die individuell vorhandenen Trageoptionen im Hinblick auf die Wahl der Befestigungsmöglichkeiten unbedingt im Auge behalten werden, um das Cover umfassend und langfristig nutzen zu können. Hier möchte ich also nochmal anmerken, dass LaraLi mit dieser hier im Review vorgestellten Tragecover-Form quasi eine Art „Startpaket“ bietet, welches auch Im Interesse des Kunden so günstig wie möglich kalkuliert wurde. Von dem Startpaket aus können individuelle Änderungen gegen Aufpreis jederzeit nach Absprache umgesetzt werden.

Die Möglichkeit eines Wollwalkstoffes finde ich persönlich sehr attraktiv, sind Naturstoffe doch immer etwas ganz besonderes, in Farbe, Textur aber auch Atmungsaktivität! Ebenfalls sehr fein finde ich die bewusst gewählte Größendimensionierung. Vielleicht wirkt das Cover bei kleinen Babys sackartig, doch dafür passt es auch noch im Unterschied zu vielen anderen Covers lang nach dem ersten Geburtstag, bis etwa Kleidergröße 92. Ich schätzte es hier auch als Accesoire zum Tandemtragen bzw. Zwillingstragen mit Tragehilfe, um bei fehlendem zweitem oder nicht mehr passenden Trageeinsatz für eine Tragejacke auch einem älteren Kind am Bauch oder Rücken noch einen guten Extra-Schutz gegen eine sehr kalte oder feuchte Witterung bieten zu können.