Cocoome Jackenerweiterung

Cocoome Inlay mit 2 Monate altem Baby

Heute möchte ich euch ein wenig mehr über das zu Jahrebeginn 2017 erschienene Jackeninlay von Cocoome erzählen. Cocoome wurde von der Grazerin Julia Pötsch aus einem Eigenbedarf für ihre Traglinge heraus entworfen, wurde in Folge von ihrem Freundeskreis begeistert aufgenommen, und entwickelte sich nun, nach einer Zeit des Tüftelns und Weiterentwicklung in den letzten Monaten zum eigenen Label und wird seit April 2017 offiziell vertrieben.

Ausstattung des Cocoome Inlays

Bis dato dominierte Kumja den Markt rund um Trageeinsätze. Bei deren Produkt benötigt es allerdings, abhängig vom Reißverschlusstyp der verwendeten Jacke(n), unterschiedliche Adapter, was manche Trageeltern als lästig empfinden, da eine gewisse Systemunabhängigkeit fehlt.

Cocoome bietet hier Abhilfe: Statt auf Reißverschlüsse setzt das Label auf je 6 Clips (mein Inlay ist noch vom Beginn der Produktion mit 5 Clips, aktuelle Modelle kommen aber mit 6) pro Seite. Diese sind aus Plastik gefertigt, lassen sich leicht öffnen/schließen und durch kleine Zähnchen (Kroko-Clips) welche jedoch das Jackenmaterial nicht verletzen, rutschen sie auch nicht vom Stoff ab. Der Einsatz ist somit für jede Jacke nützbar, unabhängig vom Verschlusssystem.

In der Länge misst der Einsatz 70 cm, in der Breite 35 cm, wobei es mittels zwei horizontal verlaufender Gummikordelzüge in der Weite individuell verkleinerbar ist. Lt. Hersteller ist das Inlay für alle Konfektionsgrößen geeignet.

Cocoome Jackeneinsatz geöffnet.

Um einen Windzug seitlich zu vermeiden, sind die Seiten mit ca. 10 cm lange Untertritten versehen, welche die Jackenenden unterlappen. Meine anfänglichen Zweifel bei diesem Clipsystem, welches doch auf den ersten Blick im Übergang von Inlay zur Jacke nicht „lückenlos“ erscheint, waren nach einem Tragetest jedoch beseitigt. Kalt wurde es nur von unten – hier hängt es von der Jackengestaltung am Ende ab, ob man daran etwas ändern kann oder nicht; oder von oben. Hier kann aber z.B. ein Mutter-Kind-Schal Abhilfe schaffen und ist ein Problem, welche (fast) alle Trage-Jacken-Lösungen mit sich bringen.

Zum leichterem Handling des Traglings in der Tragehilfe/Tuch ist an einer Seite des Inlays ein Reißverschluss angebracht. Hier empfand ich es subjektiv als optisch etwas störend, dass bei geöffneter Jacke mit angebrachtem Inlay der baumwollene Futterstoff des Inlays durch die wenigen Fixierungspunkte dazu tendiert, nach außen umzuklappen.

Als besonderes Gimmick verfügt das Cocoome Inlay auf Bauchhöhe über 2 mittige Schlitze, welche eine Art Tasche bilden – zum Babybauchstreicheln, Hände wärmen oder um vielleicht einmal ein Taschentuch zu deponieren.

Material & Herstellung

Nachhaltigkeit, Rohstoffe und soziale Arbeitsbedingungen sind der Herstellerin bei der Produktion sehr wichtig.

Außenstoff bei den Inlays ist über einen deutschen Lieferanten bezogener, wind- und wetterabweisendem Stoff, mit Membran, die Wattierung ist von Primaloft. Das Innenfutter ist aus Bio-Baumwolle/Jersey.

Dem Hersteller zufolge ist das Inlay für jede Jahreszeit geeignet. Wie weit dies auf Minusgrade zutrifft kann ich aktuell witterungsbedingt leider noch nicht bestätigen, bei Temperaturen knapp über Null blieb zumindest mir (aktuell mit Babybauch) – sofern auch die übrige Jacke für die Witterung geeignet ist – schön warm.

Laut Hersteller ist die „„Winter Edition“ (zu der auch mein 2-in-1-Modell gehört) mit PrimaLoft© gefüttert und wärmt in der kalten Jahreszeit. Die „Wind&Wetter Edition“ ist ein dünneres Modell und schützt in der Übergangszeit als auch an kühlen Tagen vor Wind & Wetter.“

Auch besteht die Möglichkeit die Cocoome Inlays nach eigenen Vorstellungen und aus eigenen Materialien als Unikat nähen zu lassen.

Cocoome im Einsatz mit Babybauch & Baby

Cocoome Einsatz Schwangerschaft

Cocoome Jackeninlay in der Schwangerschaft

Das Inlay (je nach Modell ab 89 €) ist ab der Schwangerschaft nützbar. Wird es mit dem breitere Teil nach unten hin eingeclipst, verwandelt sich jede Jacke zur bequemen Umstandsjacke.

Ist das Baby dann auf der Welt, kann die Jacke, über dem in einer Tragehilfe oder einem Tragetuch am Bauch eingebundenen Baby, durch Einclipsen mit dem schmalen Teil nach unten als Tragejacke genützt werden. Wird der Reißverschluss in der Schwangerschaft intuitiv nach unten geöffnet, ist es nun ein Öffnen von unten nach oben. Das erfordert in der Anwendung ein wenig Umdenken und brachte mich anfangs beim ersten Anlegen kurz zum „Verzweifeln“ (ich war es ja mit Babybauch andersrum gewohnt), weil sich nach unten einfach die Jacke nicht öffnen ließ, aber auch nichts klemmte.

 

Cocoome Inlay

Cocoome Inlay Befestigung an der Jacke

Mit Baby bleibt allen schön warm, vorausgesetzt es ist vom Wetter her trocken. Denn für Regenwetter/Schneefall fehlt bei Cocoome noch eine integrierte Kopfbedeckung fürs Baby. Ich hoffe, dass hier mit der Entwicklung noch ein Schutz kommt, um es Outdoor auch ohne Regenschirm im Gepäck ganzjährig nach Bedarf nutzen zu können.

Ein Manko ist auch die bis dato fehlende Möglichkeit zum Rückentragen – hier bietet Kumja durch die Möglichkeit des Einnähens eines zusätzlichen Reißverschlusses im Rückenbereich einer vorhandenen Jacke etwas mehr Flexibilität in der Trageanwendung, als das Inlay des Cocoome, welches aufs Bauchtragen beschränkt ist (wobei mir die Herstellerin von Coocome hier den Tipp gab, dass man sich als nähaffine Mutter auch evtl. eine vorhandene Jacke mit einem Rückenschlitz bei Bedarf adaptieren könnte, z.B. mit Klett verschlossen, um ein Rückentragen mit eingeklippstem Inlay zu ermöglichen).

Bei der Wahl, welche Lösung – ob komplette Tragejacke, Inlay oder Cover – am besten zu eurer Familiensituation passt, sollte aber auch dieser Faktor nicht unberücksichtigt bleiben.

Für Eltern, welche häufig auch einen Kinderwagen nützen, bietet das im Vergleich zum normalen Inlay etwas teurere 3-in-1-Modell (ca. 149 €) allerdings eine spezielle Zusatzfunktion: Das Jackeninlay lässt sich zum Fußsack umfunktionieren. Der Fußsack ist für alle gängigen Kinderwägen geeignet und verfügt über Schlitze zum Anbringen der Gurte. Tragt ihr also eher nur gelegentlich, so kann diese Variante definitiv vorteilhaft sein, da kein extra Gepäck zum Schutz eures Traglings vor der Kälte anfällt und ihr bei Bedarf flexibel seid!

Fazit

Ich bin nach aktuellem Stand sehr positiv von dieser neuen Lösung angetan, und freue mich bereits darauf, den Cocoome Einsatz zum Herbst hin spätestens auch öfters nützen zu können, um auch zu sehen, wie lange er von der Kindesgröße her gut passen würde (der Hersteller gibt eine – getestete – Nutzungsdauer von mindestens einem Jahr an, real macht aber auch die Weite der verwendeten Jacke viel aus, d.h. es könnte auch über die ganze Kleinkindzeit bei einer weiter geschnittenen Jacke passen).

Im Vergleich mit Kumja liegt Cocoome etwa im gleichen Preissegment, speziell falls bei Kumja durch mehrere Jacken/Träger mehrere Adapter benötigt werden würden, oder das Regencover dazu bestellt wird.

Für reine Bauchträger – und speziell auch Väter, welche meist auf einer unkomplizierten Lösung bestehen – kann ich mir das Inlay definitiv sehr gut vorstellen. Bei der Präferenz des Rückentragens würde ich aber von Beginn an auf andere Möglichkeiten (z.B. Tragejacke) zurückgreifen, um auch den Kosten-Nutzen-Faktor dieser nicht unbedingt günstigen Varianten komplett ausnutzen zu können.