Enia HWBereits vor etwa einem Jahr durfte ich ein Tragetuch von Enia, dem Label der steirischen Handweberin Claire, testen. Dazwischen war „Poseidon“ hier zu Besuch und nun durfte „Beerentraum“ einige Wochen hier wohnen!

Enia befindet sich in ständiger Weiterentwicklung. Claire experimentiert mit Farben, mit neuen Garnen und Webungen, weshalb ich es sehr spannend finde, hier ein wenig ihren Weg begleiten zu dürfen.

Erster Eindruck:

Der erste Eindruck war, wie bei allen von Claires Tüchern, „WOW“. Sie hat einfach, dass muss man ihr lassen, einen exzellenten Blick für Farbkombinationen. Auch wenn rosa nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe ist, wird es durch die in weiß-rosa-lila gemusterten Kettfäden aufgelockert, so dass auf die Ferne eher ein dunkles rosa entsteht. Der kontrastierende schwarze Schussfaden bringt das Tuch gleichzeitig farblich zum leuchten. „Beerentraum“ ist hier der perfekte Namen, zu sehr erinnert es an das Farbenspiel, wenn Brombeeren und Himbeere püriert in Joghurt gemischt werden! Auf Fotos fällt es leider schwer, das leuchtende rosa-lila in der richtigen Farbintensität wiederzugeben.

Das Tuch war vor unserer Urlaubszeit bereits durch mehrere Hände gewandert, weshalb ich keine Auskunft zum anfänglichen Status geben kann. Bei seiner Ankunft hier war es bereits geschmeidig, kuschelig weich, und wäre am liebsten sofort als Decke genützt worden.

Von den Maßen misst das Tuch 4,58m x 68cm. Die langen Kanten sind fein gleichmäßig gewebte schwarzfarbige Webkanten, die kurzen Enden sind gerade zugeschnitten und umgefältelt mit schwarzem Nähfaden versäubert. Die Kette ist Baumwolle, der Schuß Cottolin. Der Mittelpunkt wird an einer Kante von einem Stoffmarkerl mit dem Schmetterlingslogo der Herstellerin markiert.

Das Enia Handwoven im Praxistest

Wir nützten mehrere Bindeweisen: In der Spätschwangerschaft Rückenbindeweisen wie den einfachen Rucksack und Double Hammock, nach der Geburt meines Babys Wickelkreuztrage, Känguru und Einfacher Rucksack.

Bei allen Bindeweisen war beim Straffen des Tuches eine hohe bindungsbedingte Grundelastizität spürbar. Bei den Rückenbindeweisen störte mich diese wenig, auf längeren Spaziergängen musste ich jedoch ein, zwei Mal Luft erneut herausarbeiten. Als am mühsamsten empfand das Binden des Kängurus für mich. Egal wie sehr ich straffte, immer noch fand ich Luft im Tuch.

Das Tuch verfügt über angenehmen Grip, aber nicht Zuviel, wodurch die Bahnen bei mehrlagigen Bindeweisen gut übereinandergleiten. Die Breite stellte sich beim Binden als sehr angenehm dar, speziell mit Kleinkind.

Am Ende saß die Bindung immer bombig und auch die 13 Kilogramm Kleinkind verschwanden auch bei längerem Tragen, vor allem wenn mehrlagig gebunden, von selbst.  „Beerentraum“ wurde als Tuch im Mai 2016 hergestellt, kurz nach den Regenbogen-Testern. Im Vergleich zu diesen ist das Tuch zwar in der Elastizität ähnlich, da die selbe Webung, trug sich aber deutlich bequemer und wirkte auch insgesamt stabiler.

Fazit zu „Beerentraum“ von Enia:

Ich habe das Tuch gerne mit beiden Kindern gebunden, kann es also für Neugeborene wie auch Kleinkinder bei altersentsprechender Bindeweise empfehlen. Für Bindeanfänger kann die Tuchqualität etwas herausfordernd sein, weshalb ich es durch die Notwendigkeit des sehr sauberen Bindens eher als Tuch für bindeerfahrene Tragepersonen sehe.

Es fällt mir sehr schwer „Beerentraum“ nach der Zeit wieder heim ziehen zu lassen, habe ich mich doch wider erwarten in die pinke Tonalität verliebt und es hat uns auf einigen schönen, erinnerungswürdigen Ausflügen in meiner Schwangerschaft und der ersten Zeit mit Baby begleitet, weshalb ich beim Anblick immer etwas nostalgisch werde. Daher: Danke nochmal Claire für den langes Vertrauen!