Das elastische Tragetuch, Modell „Sugilith“ (lila), von LennyLamb erreichte mich eingeschweißt in einer Plastiktasche. Darin enthalten ist nebst dem Tuch eine kurze Bildanleitung für die vorgebundene Wickeltechnik.

Beim Auspacken roch das Tuch angenehm. Ober- und Unterseite sehen gleich aus. Der Mittelpunkt ist an einer Seite durch das Logo des Herstellers markiert. Die Tuchenden laufen in Schrägen aus, die Kanten sind mit einer Maschinennaht umendelt. Insgesamt ist das Tuch 5 Meter lang und 50 cm breit. Das Tuch fühlt sich sehr weich und kuschelig an.

Das elastische Tragetuch von LennyLamb im Praxistest

Lenny Lamb Wrap

Mit ca. 1,5 Monate altem Baby in der Wickelkreuztrage

Im ersten Bindeversuch wurde mein kleiner Sohn (6-10 Wochen, ca. 6 kg, Gr. 62) in der vorgebundenen sowie der aufgefächerten Wickelkreuztrage eingebunden. Bei beiden Varianten fiel es mir leicht, ein sattes, stabiles Bindeergebnis zu erreichen. Die Elastizität ist quer, längs und diagonal, wie es für Strickjersey (Kulierware wie es von der Optik her scheint) typisch ist, vorhanden, aber in genau der richtigen Dosis, um mir ein recht sicheres Gefühl hinsichtlich der Stabilität des Babykopfes zu geben. Beim Schlafen war es mir aber, wenn in Bewegung, mit als Kopfstütze hergenommener Seitenbahn doch angenehmer.

Das Kleinkind mit 13kg ließ sich ebenfalls einmal zum Einschlafen einbinden. Trotz des Gewichts fiel es mir überraschend leicht ein sattes, straffes Bindeergebnis mit der aufgefächerten Wickelkreuztrage zu bekommen. Hier spürte ich beim Gehen aber bald das hohe Gewicht, welches etwas unangenehm nach unten drückte und ich tendierte trotz sehr fester Bindung ins Hohlkreuz zu fallen. Für eine sehr kurze Strecke somit noch potentiell eine Notlösung, aber für längere Zeit keine Option. Für die beim festen Binden mich im Bauch drückende gekreuzte Tuchbahn unterm Babypo/Kinderpo könnte ich mir eine Entlastung durch einen gepolsterten (Schulter- bzw. Gurt-) Pad (z.B. Hoppediz, Huckepack, Buzzidil, Fidella, Didymos) gut vorstellen, hatte jedoch noch nicht die Möglichkeit es praktisch zu erproben.

Mit Kleinkind im Tuch von LennyLamb

Mit der Nutzungsdauer (ohne zwischenzeitlichem Waschen) sowie dem höheren Babygewicht bzw. für 3 Monate nicht schlechten Babygröße (8kg, Kleidergr. 74) begann das Tuch leicht zu schwächeln: nicht nur begannen die Kanten auszuleiern (und kehrten auch durch ein erneutes Waschen nicht mehr in den Originalzustand zurück), auch die Körpergröße meines Traglings war für die Tuchbreite von 50 Zentimeter fast schon zu groß, um das Tuch für das Alter im Nacken hoch genug zu bekommen. Hier rettete mich jedoch die zum Glück schon recht gut ausgebildete Kopfstabilität des Kindes. Das Gewicht von 8kg war auch über 2h Tragen noch sehr bequem.

Hüfttrageweisen wie Reinforced Robin’s Hip Carry waren mit leichtem, kleinen Baby noch gut machbar und schön stabil. Ab Kopfkontrolle würde ich es somit nicht ausschließen mit dem Tuch solche Bindeweisen zu probieren. Allerdings ist die Stabilität mit älteren, kräftigeren Babys bei dieser Bindeweise nicht mehr optimal gegeben und erforderte von mir eine manuelle Stützung. Die Hip wrap cross carry wäre hier wohl eine bessere Lösung.

Lenny Lamb Sling Jersey

Verschiedene Varianten, um ein elastisches Tuch (bei fortgeschrittenen Tuchbindekenntnissen) zu nützen.

Wer alternative (und unbedingt immer dreilagig gebundene!!) Bindeweisen mit dem elastischen Tuch nutzen will, dem seien für das Lennylamb Tuch neben der klassischen aufgefächerte Wickelkreuztrage noch die Poppins Variation bzw. der Front Double Hammock vorgeschlagen. Alle drei Bindeweisen lassen sich gut und sehr fest mit dem Tuch von Lenny Lamb ausführen und garantieren auch über länger eine angenehme Gewichtsentlastung.

 

Ein Rückentragen habe ich trotzdem mit Kleinkind probiert, wurde aber ein meiner Befürchtung bestätigt: die problematischen Kanten machen das Tuch mit der Benutzungsdauer eher instabil, dazu kommt die schmale Breite: ein hohes Rausfallrisiko bei unkooperativem Tragling ist somit gegeben. Ich würde diese Variante mit dem Tuch von LennyLamb daher auf keinen Fall empfehlen!

 

 

Rückentragen im elastischen Tuch kann ein hohes Rausfallrisiko bergen. Nicht alle Tücher am Markt bieten die entsprechende Stabilität, wenn ein Kleinkind „flüchten“ will.

Beim Tragen empfand ich das Tuch auch sehr fein auf der nackten Haut. Weder mein Baby/Kleinkind noch ich waren nach längere Tragezeit, selbst bei warmen, italienischen Temperaturen, unangenehm durchgeschwitzt, das Tuch ist in der Hinsicht sehr angenehm atmungsaktiv.

Positiv empfand ich zudem den Fakt, dass selbst beim Tragen mit schwererem Baby kein „Bounce-Effekt“ spürbar war.

 

Pflege des elastischen Tuchs von Lenny Lamb

Das Tuch zeigte nach einem Waschgang bei 30 °C im Handwaschprogramm mit Ecover Feinwaschmittel keine Mängel und trocknete gut aufgehängt rasch. Es ist somit sehr pflegeleicht.

 

Fazit zum elastischen Tuch von Lennylamb

Lenny LambDas elastische Tragetuch von Lennylamb gibt es in einer Vielzahl frischer, knallige Farbtöne. Das Tuch gehört mit einem Preis von 40 Euro eher zu den elastischen Tüchern im unteren bis mittleren Preissegment. Die Qualität und Nutzbarkeit ist dem Preis absolut angemessen. Eine Nutzung ist die ersten Lebensmonate problemlos möglich, mit einem Gewicht über ca. 10 kg könnte es für den Träger potentiell unbequem werden. Bindeweisen vor dem Bauch lassen sich gut umsetzen, für Hüfte ist die Nutzbarkeit mit wachsender Größe und Gewicht potentiell eingeschränkt bzw. auf symmetrische Bindeweisen beschränkt. Für den Rücken ist es nicht geeignet – hier sollte besser zu breiteren bzw. stabileren Hybriden oder gewebten Tüchern gegriffen werden.

Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei der Firma Lennylamb bedanken, welche mir diesen Review durch das zur Verfügungstellen eines ihrer elastischen Tücher ermöglicht haben!