Heute möchte ich euch eine schöne Wanderroute für/mit Baby/Kleinkind/Großkind und der ganzen Familie vorstellen: Den Rundwanderweg rund um den Silvrettastausee.

Anfahrt & Infrastruktur

Im Sommer, wenn die Silvretta-Hochalpenstraße wieder geöffnet ist, erreicht man den wunderschön pintoresken Stausee recht gut mit dem Auto über die kurvige Panoramastraße (Achtung kostenpflichtige Mautstraße!) von Tiroler (Galtür) oder Vorarlberger Seite (Partenen) aus.

Am höchsten mit Auto erreichbaren Punkt ( Bieler Höhe auf ca. 2030 m) befindet sich nebst dem See eine kleine Ansammlung an Hotelunterkünften und gastronomische Einkehrmöglichkeiten, in welcher sich – nur während der Öffnungszeiten bis zum frühen Abend verfügbar – auch WC & Wickelmöglichkeit befinden. Für den Notfall gäbe es allerdings auch am großen Parkplatz eine öffentliche Toilette. (Abgang linkerhand vom betonierten Stausee-Promenadenweg im Bereich der Fahnen).

Wegstrecke: Kühe, Türme, Bäche & Wasserpfützen!

Laut Wegangabe ist eine Dauer von 2 Stunden für die Umrundung um den See einzuplanen – je nach Alter & Ablenkungstendenz des Kindes rechnet eher ein wenig mehr, denn zum Entdecken & Verweilen gibt es entlang des Weges so einiges!

Ob ihr linkerhand oder rechterhand losmarschiert bleibt gleich, wir zumindest begannen mit dem Weg über die rechte Staumauer. Bereits nach wenigen Metern Betonweg geht die Route in einen recht breiten, aber verhältnismäßig recht ebenen Kies-Wanderweg über. Riskante Stellen sind in diesem Bereich durch Zäune gesichert.

Bereits nach einem Drittel kommt die für Kinder erste spannende Stelle: Kuhweiden! Uns Erwachsene entschädigt der traumhafte Landschaftsausblick spätestens ab hier über die erste Pause. Wenige Schritte weiter finden sich aus Bruchsteinen von Wanderern angelegte Türme – vielleicht habt ihr ja Zeit, euren eigenen Familienturm zu bauen?

Langsam nähert ihr euch nun der 1. Tourhälfte. Und damit dem Erlebnis „Wasser“. Erst stimmt ein Wasserfall, welcher mit einer Brücke überquert wird, auf das kühle Nass ein, dann ein direkt neben dem Wanderweg verlaufender Rinnsal. Spätestens jetzt empfiehlt es sich den Lauflingen die Kleidung wassertauglich zu präparieren (oder euer Kind je nach Witterung weitgehendst auszuziehen 😉 ), denn welches Kleinkind kann einem Pritscheln hier widerstehen? ^^

Schafft ihr euer Kind dann nach gefühlten Stunden dazu zu bewegen, dem Bach den Rücken zuzukehren und sich von der letzten Kuh zu verabschieden, steht eine neue Herausforderung vor euch: Eine weiterer Zufluss in den Stausee – von der Fallhöhe des Wassers vielleicht weniger spektakulär als der 1., dafür jedoch ein tolles Fotoobjektiv! Aber: für kleine Entdecker verlockend: mit Abermillionen Steinen umgeben! Ihr habt nun noch ca. 1h Weg vor euch (sofern ihr nicht noch einen Umweg zur Wiesbadener Hütte macht), bedenkt das, wenn ihr dem Stein-Turm-Baudrang eures Kindes ihr Raum & Zeit gebt! 😉

Nun befindet ihr euch endlich am „Endspurt“. Der Rückweg ab der Brücke ist kaum noch gesichert – achtet hier auf zu übermütige Lauflinge, da es zum See hin öfters ein recht steiles Gefälle hat. Ihr werdet am Weg auch hier wieder einige kreuzende Bächlein vorfinden – und je nach Wetterlage auch zahlreiche Wasserpfützen, welche bei bereits müde werdenden Kindern potentiell eine reizvolle Motivation zum Weiterlaufen – äh – hüpfen bieten können.

Über die linke Staumauer kehrt ihr schlussendlich zur Bieler Höhe zurück.

Tragehilfe oder Kinderwagen?

Ansich ist der Stauseerundweg mit einem geländefähigen Kinderwagen bewältigbar. Speziell wenn ihr jedoch die Wiesbadener Hütte anpeilt, sollte die Entscheidung auf eine Tragehilfe fallen!

Mögliche Wegalternative auf der Silvretta

Wem 2 Stunden zu wenig sind, oder wer trittsichere Kinder dabei hat,  hat z.B. die Möglichkeit noch zur bewirtschafteten Wiesbadener Hütte auf 2.443m aufzusteigen (Übernachtungsmöglichkeit!).